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08.05.2008 - Telekom trotz Kundenverlust im Festnetz mit etwas höherem Gewinn

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Bonn (AFP) - Trotz weiterer Verluste von Kunden im klassischen Festnetzgeschäft hat die Deutsche Telekom ihren Gewinn im ersten Quartal leicht gesteigert. Der Bonner Konzern verdiente in den ersten drei Monaten unter dem Strich 924 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Telekom im gleichen Zeitraum mit 459 Millionen Euro weniger als die Hälfte verdient. Während die Festnetzkunden in Deutschland der Telekom weiter den Rücken kehren, boomt insbesondere das Mobilfunkgeschäft im Ausland. Die Bundesnetzagentur stellte unterdessen im Streit um die langsame Freischaltung von Anschlüssen ein Verfahren gegen die Telekom ein.

Der Umsatz der Deutschen Telekom schrumpfte im ersten Quartal um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 15 Milliarden Euro. Für diese Entwicklung machte der Konzern insbesondere veränderte Wechselkurse zum Dollar und zum britischen Pfund verantwortlich, ohne die sie demnach ein Wachstum von 0,4 Prozent verzeichnet hätte. Grund ist das Auslandsengagement der Telekom: Sie machte im ersten Quartal über 50 Prozent ihres Umsatzes im Ausland, einen Großteil davon in den USA und Großbritannien. Selbst wenn das Unternehmen dort in Dollar oder Pfund mehr umsetzt, kann am Ende in Euro weniger herausspringen.

Zu schaffen machte der Telekom auch im ersten Quartal 2008 weiterhin die Konkurrenz durch andere Festnetzanbieter in Deutschland. In den ersten drei Monaten verlor der ehemalige Monopolist 582.000 Anschlüsse an Konkurrenten. Dabei machte sich erstmals auch bemerkbar, dass Kunden verstärkt entbündelte DSL-Anschlüsse nutzten, die nur noch einen schnellen Internetanschluss, aber keine klassische Telefonleitung mehr bieten und daher oft günstiger sind. Die Zahl der an Konkurrenten vermieteten Hausanschlüsse stieg der Telekom zufolge um über 600.000 auf sieben Millionen Leitungen.

Gleichzeitig ließ bei der Telekom der Trend zu Flatrate-Tarifen, die Telefonieren und Surfen zum Pauschalpreis möglich machen, die Umsätze sinken. Dennoch verdiente die Festnetzsparte vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um Sondereffekte bereinigt im ersten Quartal 2008 etwa 0,5 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres, was die Telekom mit Einsparungen durch die Umstrukturierung des Unternehmens erklärte. Die Telekom hatte zuletzt zehntausende Mitarbeiter in Servicegesellschaften ausgelagert, wo sie weniger verdienen und länger arbeiten müssen.

Im hart umkämpften Mobilfunkmarkt in Deutschland, in den immer mehr Discountanbieter mit wenig Service, aber günstigen Preisen einsteigen, verzeichnete die Telekom einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn vor Steuern. Sie gewann allerdings 210.000 neue Kunden mit Laufzeitverträgen und steigerte ihre Kundenzahl in Deutschland insgesamt um rund 1,1 Millionen auf 37,1 Millionen. Im Ausland baute die Telekom ihre Anteile weiter aus. Allein in den USA gewann der Konzern von Januar bis März fast eine Million Neukunden.

Die Bundesnetzagentur erklärte am Donnerstag, bei der Freischaltung von Anschlüssen für Wettbewerber bestünden "erhebliche Zweifel" am bisherigen Vorgehen der Telekom. Inzwischen habe der Konzern aber den Auftragsstau bei der Freischaltung abgearbeitet. Wettbewerber der Telekom hatten beklagt, der Ex-Monopolist schalte für sie die Hausleitungen von rund 100.000 Kunden zu langsam frei, weshalb diese teils Monate auf ihren neuen Anschluss warten müssten. Da die Telekom den Großteil der deutschen Haushalte verkabelt hat, müssen die Wettbewerber von ihr die sogenannte letzte Meile mieten.

(08.05.2008 / Quelle: © 2008 AFP)