News-Archiv
30.04.2008 - Siemens-Gewinn schrumpft auf ein Drittel

Löscher
Siemens hatte viele Aufträge nicht umsetzen können oder verschieben müssen. Dadurch fielen dem Unternehmen zufolge Belastungen in Höhe von 857 Millionen Euro an. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal hingegen leicht um ein Prozent auf rund 18 Milliarden Euro. Für den Rest des Geschäftsjahres 2008 rechnet Siemens damit, dass der Umsatz ohne Verkäufe oder Zukäufe doppelt so schnell wachsen wird wie das Welt-Bruttoinlandsprodukt. "Wir halten an unseren Zielen für 2010 fest", erklärte Löscher.
Die Auftragsbücher des Konzerns sind voll: Hier verzeichnete Siemens ein Plus von zwölf Prozent. Dennoch seien beim Auftragseingang im Breitengeschäft "bereits jetzt erste Anzeichen zunehmender Vorsicht der Kunden" zu beobachten, sagte Löscher. Der Konzern gehe daher davon aus, "dass die Folgen der Finanzkrise im Verlauf unseres kommenden Geschäftsjahres auch deutlicher in der Realwirtschaft ankommen werden".
Weitere Belastungen könnten sich aus den Folgen des Korruptionsskandals bei Siemens ergeben. Der Konzern musste eingestehen, dass 1,3 Milliarden Euro an Bestechungsgeldern geflossen waren, um den Zuschlag für große internationale Verträge zu sichern. Betroffen sind davon fast alle Bereiche des Konzerns. Löscher gestand ein, "dieses Ausmaß und die Breite nicht vor Augen" gehabt zu haben, als er an die Siemens-Spitze getreten sei.
Um Kosten zu sparen, will der Konzern die Ausgaben für die Verwaltung bis 2010 um 1,2 Milliarden Euro senken. Schwierig gestalten sich laut Löscher auch die Verhandlungen über den Verkauf der verlustreichen Telekommunikationssparte SEN. Dort werden voraussichtlich 1800 Stellen gestrichen. Im gesamten Konzern sollen 7000 Jobs verloren gehen, 3200 davon in Deutschland.
(30.04.2008 / Quelle: © 2008 AFP)



