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25.04.2008 - Microsoft schließt höheren Preis für Yahoo-Übernahme weiter aus
Liddell betonte, für ein höheres Gebot gebe es keinen Grund. Yahoo verliere auf dem Markt der Internetsuche und der Onlineanzeigen weiter an Boden und auch die Rentabilität sinke. Das Angebot von Microsoft sei bereits "außerordentlich großzügig". Yahoo lehnt es bislang als zu niedrig ab. Der Softwarekonzern hatte dem Internetunternehmen bis Samstag eine Frist zur Annahme des Angebots gesetzt. "Mit Blick auf Yahoo haben wir deutlich gemacht, dass Geschwindigkeit von Bedeutung ist", sagte Liddell.
Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme vor allem seine Position im Markt für Onlinewerbung ausbauen und damit den Marktführer Google angreifen. Google wird dieses Jahr nach Schätzung der Marktforscher von eMarketer mehr als 30 Prozent der Umsätze in diesem Geschäft kassieren, Yahoo 14 Prozent und Microsoft knapp sieben. Selbst bei einem Zusammenschluss lägen Microsoft und Yahoo damit also weiter hinter Google. Internetwerbung wird für Microsoft immer wichtiger, da kostenlose werbefinanzierte Internetsoftware den Programmen des Konzerns aus Redmond zunehmend Konkurrenz macht.
Yahoo testet im Abwehrkampf gegen Microsoft unterdessen sogar eine Zusammenarbeit mit seinem Erzrivalen Google. Für eine Testphase lässt das Portal auf seiner Suchmaschine von Google vermittelte Anzeigen schalten. Zudem verhandelt das Internetportal Medienberichten zufolge mit dem Internetportal AOL über ein Zusammengehen. Außerdem versucht Yahoo laut "Wall Street Journal", massiv eigene Aktien zurückzukaufen, um Microsoft zuvorzukommen. Microsoft verhandelt währenddessen der Zeitung zufolge mit der News Corporation des Medienmagnaten Rupert Murdoch über eine gemeinschaftliche Übernahme von Yahoo.
Analysten gehen davon aus, dass Microsoft vielleicht doch noch bereit sein könnte, sein Angebot für Yahoo zu erhöhen. Yahoo wiederum müsse auf das Angebot von Microsoft reagieren, denn das Unternehmen verliere täglich weiter an Marktanteilen, warnen sie. Aus eigener Kraft könne es der Konzern mit Google nicht mehr aufnehmen. Silicon-Valley-Kenner Rob Enderle wiederum verwies darauf, dass Microsoft in seiner am Donnerstag vorgestellten Quartalsbilanz nicht auf mögliche finanzielle Auswirkungen des Angebots für Yahoo hinwies. "Es sieht aus, als könnte die Übernahme nicht mehr passieren", sagte er.
Die Quartalszahlen von Microsoft enttäuschten die Anleger. Die Verkäufe des Softwarekonzerns stagnierten im dritten Quartal des laufendes Geschäftsjahres, weshalb der Gewinn nach Steuern um fast elf Prozent hinter das Ergebnis des Vorjahresquartals zurückfiel. Der Umsatz stieg nur leicht um 0,3 Prozent. Mehr Geld nahm Microsoft allerdings mit seinen Onlinediensten ein: Die Dienste, zu denen das Instant-Messaging-Programm MSN und das Portal Live gehören, wuchsen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 Prozent.
(25.04.2008 / Quelle: © 2008 AFP)



