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22.04.2008 - "Killerspiele" sollen nicht mehr in Kinderhand kommen

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Computerspiel
Straßburg (AFP) - "Killerspiele" sollen künftig nicht mehr in die Hände von Kindern gelangen. Die EU-Kommission forderte alle Videospiel-Händler auf, sich bis zum Frühjahr 2010 auf einen europäischen Verhaltenskodex zum Schutz von Minderjährigen zu verständigen. Derzeit gilt ein Flickenteppich unterschiedlichster Gesetze zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den 27 EU-Staaten. In Deutschland verbotene Gewalt-Videospiele wie "Manhunt" sind in den meisten Ländern frei erhältlich.

In Deutschland wird derzeit ein Gesetzentwurf von Bundefamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) verhandelt, die extrem gewalthaltige Computerspiele für Kinder und Jugendliche verbieten will. Nach Forderung der EU-Kommission müssen solche Verbote aber "die Ausnahme bleiben, verhältnismäßig sein und sich auf ernsthafte Verletzungen der Menschenwürde beschränken". Neben Deutschland ist nur in Großbritannien, Irland und Italien der Verkauf gewalttätiger Spiele untersagt.

Zugleich forderte die Brüsseler Behörde die Bundesregierung auf, erstmals ein von der Videospiel-Branche entwickeltes System zur Alterseinstufung einzusetzen. Das System namens PEGI empfiehlt allerdings eine Freigabe des in Deutschland verbotenen Spiels Manhunt ab 18 Jahren. In Manhunt hat der Spieler die Aufgabe, die Mitglieder verschiedener Gangs auf möglichst brutale Art und Weise umzubringen.

In Deutschland hatte der Amoklauf an einer Realschule im nordrhein-westfälischen Emsdetten im November 2006 den Ruf nach schärferen Gesetzen laut werden lassen. Der 18-jährige Täter galt als Anhänger der sogenannten Killerspiele.

(22.04.2008 / Quelle: © 2008 AFP)