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28.03.2008 - Weltweite Kritik an islamfeindlichen Film von Niederländer Wilders

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Den Haag/Brdo (AFP) - Der islamfeindliche Film des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders ist weltweit kritisiert worden. Der Film diene "keinem anderen Zweck als der Anstachelung zum Hass", erklärte der slowenische EU-Vorsitz am Freitag in Brdo. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Film. Das Bundeskriminalamt befürchtet eine erhöhte Terrorgefahr durch das Video, das in islamischen Ländern für Empörung sorgte. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, bezeichnet den Film im Interview mit dem ZDF als "sehr, sehr gefährlich". Wilders wies eine Verantwortung für mögliche Ausschreitungen wütender Muslime zurück.

Die EU-Präsidentschaft betonte, dass Meinungsfreiheit auch den Respekt für andere Glaubensrichtungen und Überzeugungen voraussetze. Der Europarat in Straßburg wies den Film als "verzerrte und beleidigende" Darstellung des Islam zurück. Ban ließ das Video durch seine Sprecherin scharf verurteilen. Der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende hatte sich nach der Veröffentlichung umgehend von der abwertenden Darstellung des Korans in dem Video distanziert.

Die Regierung in Den Haag fürchtet Ausschreitungen ähnlich wie nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeichnungen 2006. Der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, sagte im Fernsehsender n-tv, das Video erhöhe die Terrorgefahr in Deutschland. Das belgische Außenministerium warnte seine Bürger, der Wilders-Film lasse Gewalt gegen westliche Touristen in muslimischen Ländern befürchten.

Die Organisation der Islamischen Konferenz (OCI) verurteilte den Wilders Film als "Aufstachelung zum Hass". Das Werk beleidige die weltweit 1,3 Milliarden Muslime, erklärte OCI-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu, in Dschiddah. Das pakistanische Außenministerium drückte gegenüber dem niederländischen Botschafter seinen Protest gegen das Wilders-Video aus. Die Regierung in Den Haag werde nun Ermittlungen gegen Wilders veranlassen. Das iranische Außenministerium nannte den Film eine "widerliche Aktion". Die Regierung von Bangladesch warnte vor "schweren Folgen" des Films.

Kolat sagte im ZDF, Wilders' Film schüre Ressentiments und sei deshalb "sehr, sehr gefährlich". Menschen, die Gewalt mit dem Islam rechtfertigten, stellten bei den Muslimen eine "verschwindende Minderheit" dar.

Ursprünglich hatte Wilders das Video über einen Internet-Provider in den USA veröffentlichen wollen, der aber die dafür vorgesehene Seite sperrte. Am Donnerstag nun zeigte das in Großbritannien ansässige Videoportal www.liveleak.com. den Film, dessen Internetseite unter dem Ansturm der Nutzer fast zusammenbrach. Wilders kombiniert in seinem Film Bilder von Opfern terroristischer Anschläge in New York und Madrid mit Zeitungsschlagzeilen und Koranversen. Auch die umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die den Propheten mit einer Bombe als Turban zeigt, ist in dem Streifen zu sehen. Der Urheber der Zeichnung, der Däne Kurt Westergaard, kündigte gerichtliche Schritte gegen den Film an.

Trotz der klar islamfeindlichen Aufnahmen wies Wilders die Verantwortung für mögliche Ausschreitungen wütender Muslime zurück. "Ich hoffe, dass nichts passiert. Aber selbst wenn, dann sind die Leute, die die Taten begehen, dafür verantwortlich und nicht ich", sagte er in Den Haag der Nachrichtenagentur AFP.

(28.03.2008 / Quelle: © 2008 AFP)