News-Archiv


31.01.2008 - Defekte Unterwasserkabel stören Internet in Asien

Vorherige Newsmeldung Nächste Newsmeldung

Internet-Nutzer in Sri Lanka
Kairo/Bangalore (AFP) - Durch zwei beschädigte Lichtfaserkabel im Mittelmeer ist der Internetverkehr in weiten Teilen des Nahen Ostens und Südasiens schon den zweiten Tag in Folge teilweise zum Erliegen gekommen. Die ägyptischen Behörden riefen die privaten Internetnutzer auf, auf das Herunterladen von Filmen und Musik zu verzichten. Auf diese Weise würden mehr Kapazitäten für Unternehmen frei, die "wichtigere Dinge zu tun" hätten, sagte der Sprecher des Ministeriums für Telekommunikation, Mohammad Taimur.

Die Internetverbindungen waren auch in Saudi-Arabien, Kuweit und Katar gestört, die Datenübertragung war zum Teil erheblich verlangsamt. Die Gründe für den Ausfall der Unterwasserleitungen sind noch unklar. Beide lägen unter Wasser etwa einen Kilometer voneinander entfernt, sagte der Sprecher. "Wir wissen nicht, wodurch sie beschädigt wurden."

Die Störung des Internets war auch in Indien empfindlich spürbar. Seit Donnerstag seien vor allem die Verbindungen an die US-Ostküste und nach Großbritannien gestört, sagte Rajesh Chharia vom indischen Verband der Internet-Provider. Er rechnet damit, dass die Breitband-Datenleitungen noch mehr als zwei Wochen gestört oder zeitweise sogar völlig unterbrochen sein könnten.

Nach Einschätzung von Raman Roy von der Callcenter-Firma Quattro war durch die Panne ein Fünftel der indischen Computerindustrie vom Rest der Welt abgeklemmt. In Indien gehört die IT-Industrie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen: Rund 700.000 Menschen arbeiten in Unternehmen, die Programmier-Dienstleistungen oder Telefonberatungen über das Internet an ausländische Auftraggeber verkaufen. Die indischen Subunternehmer machen jährlich umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz.

(31.01.2008 / Quelle: © 2008 AFP)