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25.01.2008 - Siemens erwartet strenge Überwachung durch US-Börsenaufsicht

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Siemens-Chef Löscher
München (AFP) - Nach dem Korruptionsskandal geht die Konzernspitze von Siemens von einer strengen Überwachung durch die US-Börsenaufsicht SEC aus. Das Unternehmen stelle sich auf fünf Jahre Bewährungszeit im Anschluss an den erhofften Vergleich mit der SEC über eine Geldbuße ein, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". In dieser Zeit müssten sich die neuen, intern eingeführten Vorschriften und Kontrollen bewähren, die Gesetzesverstöße verhindern sollen.

Eine solche Testphase für Siemens wäre "legitim", ist laut "SZ" aus der Konzernspitze zu hören. Die SEC ermittelt wegen der schwarzen Kassen und weltweiten Schmiergeldzahlungen gegen den in München ansässigen Konzern, der an der New Yorker Börse notiert ist.

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats und Vizechef des Aufsichtsrats, Ralf Heckmann, hätte dem Bericht zufolge keine grundsätzlichen Einwände gegen ein derartiges Verfahren. "Wenn das so käme, dann würden wir beweisen, dass die neue Kultur gelebt wird und dass es keine systematischen Gesetzesverstöße mehr gibt", sagte Heckmann. Die verschärften Kontrollen und andere im Unternehmen wegen des Schmiergeldskandals eingeführte Maßnahmen könnten dazu führen, dass die SEC keine "unverhältnismäßige Strafe" verfüge.

Der Konzern wolle verhindern, in den USA und anderen Ländern auf sogenannte "schwarze Listen" gesetzt und mit Auftragssperren belegt zu werden, sagte Heckmann. Das könne sonst tausende Arbeitsplätze kosten, auch in Deutschland. Viele Standorte in der Bundesrepublik seien vom Export abhängig.

Nach Informationen der "SZ" wollen Konzernchef Peter Löscher und der wiedergewählte Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme bis Mitte Februar die SEC aufsuchen, um den Fahrplan für die geplanten Verhandlungen über das Strafmaß zu erörtern. Cromme hatte bei der Hauptversammlung am Donnerstag baldige Gespräche mit der SEC mit dem Ziel eines "umfassenden und fairen Vergleichs" angekündigt. Nach Einschätzung von Aufsichtsratskreisen wäre im schlimmsten Fall eine Geldbuße in Höhe von mehreren Milliarden Euro fällig. Eine solch hohe Strafe hoffe Siemens mit einem Vergleich abwenden zu können.

Das Präsidium des Aufsichtsrats wurde dem Bericht zufolge erweitert. Neben Cromme, Deutsche-Bank-Chef Ackermann und Heckmann gehöre nun auch der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber dem Gremium an. Dem neuen Aufsichtsrat gehöre damit niemand mehr an, der als Gefolgsmann des alten Managements gelte.

(25.01.2008 / Quelle: © 2008 AFP)