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02.05.2008 - Fabriken vom Rechner aus planen: Chemnitzer Wissenschaftler entwickeln Software zur Planung von Fertigungssystemen

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Die Projektmitarbeiter Andreas Krauß, Robin Schulze und Andreas Opitz (v.l.) von der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb

Die Projektmitarbeiter Andreas Krauß, Robin Schulze und Andreas Opitz (v.l.) von der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb
Bei Entwicklung, Produktion, Lagerung und Vertrieb eines Produktes entstehen Daten, die heute in vielen Unternehmen durch einheitliche Softwarelösungen verwaltet werden. Diese so genannten Product-Lifecycle-Management-Systeme erlauben es, ein Produkt während seines gesamten Lebenszyklus zu erfassen. Für die Planung von Fabriken und von Fertigungsprozessen selbst gibt es allerdings noch kaum Unterstützung durch Software. Um diesen Mangel zu beseitigen, hat die Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb der TU Chemnitz gemeinsam mit der Chemnitzer Yopi GmbH das Projekt "WELoFab - Neue Methoden und Werkzeuge zur Planung ganzheitlich effizienter Logistik- und Fabriksysteme" initiiert. Im Zeitraum von Januar 2008 bis Dezember 2009 wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 450.000 Euro gefördert.

"Insbesondere fehlt es derzeit an Werkzeugen, die dem Fertigungssystemplaner bei der Festlegung der Art und Anzahl an Betriebsmitteln helfen", erklärt Andreas Opitz, Projektmitarbeiter an der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb der TU Chemnitz. Betriebsmittel sind alle Anlagen, Geräte und Maschinen, die an der Erfüllung einer Arbeitsaufgabe beteiligt sind. Wie Opitz weiter ausführt, wollen die Chemnitzer Forscher nun eine Software entwickeln, welche durch Berechnungen eine Planung von Fertigungssystemen ermöglicht, die mit optimalen Fertigungskosten und bestmöglichem Automatisierungsgrad arbeiten.

Hierzu werden an der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb neue methodische Grundlagen erarbeitet, die eine simultane Planung von Maschinen und Logistikmitteln ermöglichen. Mit ihrer Hilfe soll die Software gleichzeitig bestimmen können, welche Maschinen eingesetzt werden und wie die zu bearbeitenden Produkte zwischen den Maschinen transportiert werden. "Bisher werden diese Planungen nacheinander ausgeführt. Wenn beispielsweise ein Metallquader gedreht und gebohrt werden soll, wählt man zuerst eine Dreh- und eine Bohrmaschine aus und plant anschließend, wie der Metallquader von der einen zur anderen Maschine transportiert wird - etwa mit einem Transportband, einem Roboter oder auch einem Menschen", so Opitz. Da jedoch die gewählte Transportmethode auch Einfluss auf die am besten geeignete Maschine haben kann, wollen die Wissenschaftler eine simultane Planung ermöglichen. Dazu erarbeiten sie alle Einflussfaktoren zwischen Maschinen und Logistikmitteln und leiten daraus die methodischen Grundlagen für die Software ab.

Die Yopi GmbH erstellt aus diesen Methoden anschließend einen Prototyp der Software. "Den Prototypen wollen wir dann zur Marktreife bringen und dadurch vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen", so Opitz. Diese Unternehmen könnten mit Hilfe einer solchen Software die Planungszeit und die Produktionskosten ihrer Fertigungssysteme optimieren und dadurch ihre Wettbewerbsposition verbessern.


An der TU Chemnitz sind derzeit rund 10.700 Studierende immatrikuliert. In Forschung und Lehre wird besonderer Wert auf Interdisziplinarität gelegt, so dass die Mathematik sowie die Ingenieur- und Naturwissenschaften eng mit den Wirtschaftswissenschaften wie auch den Geistes- und Sozialwissenschaften verknüpft sind.

Die Yopi GmbH wurde von Studenten der TU Chemnitz gegründet und beschäftigt derzeit 17 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt, betreibt und vermarktet Internetportale. Mit Yopi.de betreiben die Chemnitzer ein Portal für Preisvergleiche und Verbrauchermeinungen in Deutschland.

(02.05.2008 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: TU Chemnitz)