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22.04.2008 - Qimonda schreibt weiter rote Zahlen und will 10 Prozent der Stellen streichen

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Das Halbleiterunternehmen Qimonda hat im zweiten Quartal (Januar bis März) des Geschäftsjahres 2008 Umsatzeinbußen von 20 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal hinnehmen müssen. Wie Qimonda gestern bekannt gab, ging der Umsatz von 513 Millionen Euro im ersten Quartal auf jetzt 412 Millionen Euro zurück. Das Unternehmen wolle nun mit einem umfassenden Kostensenkungsprogramm jährlich 180 Millionen Euro einsparen. Dabei sollen auch rund 10 Prozent des Personals weltweit eingespart werden. Welche konkreten Auswirkungen dies für die 3.400 Qimonda-Beschäftigten am Standort Dresden mit sich bringt, ist jedoch noch unklar: Unternehmenssprecherin Anja Berger, verwies heute gegenüber saxxess.com darauf, dass momentan noch Gespräche mit dem Betriebsrat geführt würden.

Auch die Entwicklungsaktivitäten im Bereich nicht-flüchtiger Speicherchips soll auf die Grundlagenforschung reduziert werden. Erst im Januar 2008 hatte Qimonda eine Vereinbarung mit dem taiwanesischen Unternehmen Macronix über die gemeinsame Entwicklung von nicht-flüchtigen Speichertechnologien unterzeichnet (saxxess.com berichtete). Das auf fünf Jahre angelegte Koopertionsprojekt sollte am Entwicklungsstandort Dresden durchgeführt werden. Die entsprechende Vereinbarung mit Macronix sei nun jedoch beendet worden, teilte Qimonda mit.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008 verzeichnete Qimonda einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 468 Millionen Euro gegenüber einem Verlust von 590 Millionen Euro im ersten Quartal (Oktober bis Dezember 2007) des Geschäftsjahres 2008. "Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres konnten wir unser Ergebnis gegenüber dem Vorquartal verbessern. Wir befinden uns aber immer noch in einem extrem schwierigen Marktumfeld", sagte Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender der Qimonda AG. "Jetzt führen wir ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm ein, um unsere Kostenstruktur weiter anzupassen. Gleichzeitig kommen wir mit unserer innovativen Buried-Wordline-Technologie im Hinblick auf Produktivität, Produktportfolio und Kooperationen deutlich voran." Das Unternehmen plant, die Umstellung auf die neue Technologie zu beschleunigen und das erste Produkt, einen 1-Gbit-DDR2-Speicherchip auf Basis der 65-nm-Buried-Wordline-Technologie, im September 2008 einzuführen. Diese Technologie wurde am Qimonda-Standort Dresden entwickelt (saxxess.com berichtete).


Die Qimonda AG, ein Tochterunternehmen der Infineon AG, ist ein weltweit agierender Anbieter von Speicherprodukten mit einem breiten DRAM-Produktportfolio. Das Unternehmen verfügt weltweit über rund 13.500 Mitarbeiter, kann auf fünf 300-mm-Fertigungsstätten auf drei Kontinenten zugreifen und betreibt sechs Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Am Standort Dresden, dem unternehmensweit führenden Forschungs- und Entwicklungszentrum, sind zurzeit über 3.400 Mitarbeiter beschäftigt. Qimonda bietet DRAM-Produkte für eine Vielzahl von Anwendungen, wie Computing, Infrastruktur, Grafik, Mobil und Consumer.

(22.04.2008 / Quelle: saxxess.com / Qimonda AG / Bild: Qimonda AG)