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02.04.2008 - Mobilfunkprojekt startet Feldtests in Dresdens Innenstadt

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Um die Zukunft des Mobilfunks aktiv mitzugestalten und neue Technologien auf den Weg zu bringen, ist in den letzten Tagen in der Dresdner Innenstadt eine Feldtestumgebung aufgebaut worden. Im Rahmen des Verbundprojekts EASY-C (Enablers for Ambient Services and Systems - Part C) sollen Schlüsseltechnologien für die nächste Generation von zellularen Mobilfunknetzen entwickelt werden, die hohe Datenraten ermöglichen. Diese sind gerade für Echtzeit-Applikationen wie Videostreaming und Lokalisierungsdienste von Bedeutung. Zu den Projektpartnern gehören Unternehmen wie T-Mobile und Vodafone, Forschungsinstitute und Hochschulen. Der Vodafone-Stiftungslehrstuhl Mobile Nachrichtensysteme der TU Dresden unter Leitung von Prof. Gerhard Fettweis ist maßgeblich an der Koordination des Forschungsprojektes beteiligt.

Im Rahmen von EASY-C werden zwei Feldtestumgebungen in Dresden und Berlin installiert, wobei die "normalen" Handy-Nutzer keine negativen Auswirkungen zu befürchten haben. In der Dresdner Innenstadt wird es insbesondere darum gehen, technologische Parameter zu testen und Datenanalysen durchzuführen. In drei Phasen sollen 10 Basisstationsstandorte mit insgesamt 30 Funkzellen aufgebaut werden. Die Hardware-Ausrüstung kommt dabei von dem Dresdner Unternehmen Signalion. Die erste dieser Basisstationen befindet sich nun am Dresdner Hauptbahnhof. Wie Steffen Watzek vom Vodafone-Stiftungslehrstuhl gegenüber saxxess.com betonte, seien dort bereits erste Funktionstests erfolgreich verlaufen. Wirkliche Performance-Tests, in denen verwertbare Daten generiert werden, finden aber erst später statt. Schließlich werden hierfür weitere Basisstandorte benötigt. Im Frühjahr 2009 sollen alle zehn dieser Standorte installiert sein, so Watzek. In Berlin wird man in einem kleineren Feldtest vor allem anwendungsbezogene Aspekte untersuchen.

Steffen Watzek schätzt, dass in Zukunft Datenraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich sein werden (zum Vergleich: beim heutigen UMTS-Standard werden höchstens 3,6 Megabit pro Sekunde erzielt). Doch es geht den Forschern nicht nur um höhere Datenraten, sondern auch um eine verbesserte Fairness zwischen den Mobilfunk-Nutzern. Heutzutage ist es nämlich noch so, dass an den Funkzellrändern nur relativ schlechte Datenraten erzielt werden. Im Projekt EASY-C soll dies durch den Einsatz zellübergreifender Kooperationstechniken gelöst werden, z.B. durch Interferenzreduktion an den Zellrändern und durch kooperative Antennensysteme.

Die Projektpartner erwarten sich von den Ergebnissen vor allem, globale Standardisierungsaktivitäten mitbestimmen zu können. Hier setzt man wohl auch auf den Einfluss der großen Mobilfunk-Unternehmen, wie T-Mobile, Vodafone, Alcatel-Lucent oder Ericsson, die zu den Verbundpartnern gehören. Dabei denken die Wissenschaftler bereits einen Schritt weiter: Während der UMTS-Standard in den kommenden Jahren von der Nachfolgegeneration LTE (Long Term Evolution) abgelöst werden soll, forschen sie schon an der Weiterentwicklung des LTE-Standards, die Steffen Watzek zufolge dann allerdings erst zwischen 2015 und 2017 Einzug halten könnte.


EASY-C ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt, das gemeinsam von T-Mobile und Vodafone geleitet und von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fettweis vom Vodafone Stiftungslehrstuhl Mobile Nachrichtensysteme der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik/Heinrich-Hertz-Institut koordiniert wird. Zum Konsortium gehören 13 weitere Industriepartner, darunter Hersteller von Halbleiterchips, Mobilfunksystemen und deren Komponenten, Hard- und Softwarelösungen für die Mobilfunkbranche sowie die Bundesnetzagentur (BNetzA).

(02.04.2008 / Quelle: saxxess.com / Vodafone-Stiftungslehrstuhl der TU Dresden / EASY-C / BMBF / Bild: TU Dresden)