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28.03.2008 - Neue Technologie im Kampf gegen Arzneimittelfälschungen

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Arzneimittelverpackungen

Arzneimittelverpackungen
Das Verbundprojekt EZ-Pharm, dem auch zwei sächsische Unternehmen angehören, entwickelt derzeit ein System, durch das Medikamente zukünftig fälschungssicher transportiert und verteilt werden sollen. Ziel ist es, die Produktpiraterie im Bereich der Pharmaindustrie zu bekämpfen, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat. Die Dresdner ASEM Präzisionsautomaten GmbH und das IPH Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH koordinieren das Projekt gemeinsam. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Um die Echtheit eines Pharmaproduktes zu überprüfen, muss dessen Weg von der Produktion über den Vertrieb bis zum Patienten überprüft und kontrolliert werden können. Ein Chip mit einer RFID-Antenne (Radio Frequency Identification), der in die Verpackung integriert wird, soll dies ermöglichen. Besondere Anforderungen stellen dabei zum einen die Entwicklung einer Datenverarbeitungsstruktur, die eine lückenlose Dokumentation ermöglicht. Zum anderen müssen Antenne und Chip weitestgehend unsichtbar in die Verpackung integriert werden und dürfen nicht zerstörungsfrei entfernbar und auf andere Verpackungen übertragbar sein.

Gemeinsam im Verbund definieren die beteiligten Unternehmen die Anforderungen an die Technik und entwickeln Lösungen für die Umsetzung. Die Dresdner ASEM stellt die Technik zur Integration des Chips in die Verpackung, der Standort Radebeul der KBA König & Bauer AG ist für den Druck der RFID-Antennen zuständig. Weitere Projektpartner sind die Richard Brettschneider GmbH (Braunschweig), die GSG Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen mbH (Hannover) und das ITA Institut für Automatisierungstechnik der Universität Hannover. Projektträger ist das Forschungszentrum Karlsruhe. EZ-Pharm startete im Januar 2008 und soll bis 2010 abgeschlossen sein.

Plagiate verursachen nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der deutschen Wirtschaft jährlich einen geschätzten Schaden in Höhe von rund 5 Milliarden Euro. Ein besonders schwerwiegendes Problem ist dabei die Fälschung von Medikamenten. Unwirksame oder falsch dosierte Wirkstoffe können massive gesundheitliche Schäden verursachen - bis hin zum Tod. Laut EU-Statistik wurden im Jahr 2006 384 Prozent mehr Fälschungen in der Europäischen Union entdeckt als zuvor: Insgesamt stellten allein die Zollbehörden rund 2,7 Millionen gefälschte Produkte sicher.


Die Dresdner ASEM Präzisionsautomaten GmbH ist eine Tochter der Mühlbauer AG mit Sitz in Roding. Diese entwickelt und produziert Systeme für die Smart-Card- und Smart-Label-Industrie sowie für die Halbleiterindustrie.

Die Würzburger KBA König & Bauer AG ist ein weltweit agierender Druckmaschinenhersteller. Am Standort Radebeul sind zurzeit ca. 2.300 Mitarbeiter beschäftigt.

(28.03.2008 / Quelle: Quelle: saxxess.com / Bundesministerium für Bildung und Forschung / EZ-Pharm / ASEM Präzisionsautomaten GmbH / KBA König & Bauer AG / ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände / Bild: saxxess.com)