News-Archiv


19.03.2008 - Neue Mikroelektronik-Studie: Halbleiterindustrie ist Jobmotor für Dresden

Vorherige Newsmeldung Nächste Newsmeldung
Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert

Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert
In der Region Dresden arbeiten derzeit 44.000 Beschäftigte in Unternehmen der Mikroelektronik-Branche. Im Vergleich zum Jahr 2002 bedeutet das eine Steigerung von rund 110 Prozent. Dies geht aus einer Studie zum Mikroelektronikstandort Dresden hervor, die Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert am Dienstag anlässlich des Silicon Saxony Day vorstellte. Damit arbeiten fast 70 Prozent aller Beschäftigten der Halbleiterindustrie Deutschlands in Dresden und Umgebung. Auch die Anzahl der Unternehmen stieg in diesem Zeitraum von 760 auf nunmehr 1.200. "Die Region Dresden ist unbestritten der führende Mikroelektronikstandort in Europa und weltweit auf dem fünften Platz. Jeder zweite europäische Chip wird in Dresden produziert", sagte Hilbert und verwies außerdem auch auf die erfolgreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die so genannten "Hidden Champions".

Die von dem Beratungsunternehmen Trends Consulting erstellte Standort-Studie zeigt aber auch, dass sich die Rahmenbedingungen für Dresden seit der letzten Studie 2002 verändert haben: "Tendenziell sinkende Fördermittelzuschüsse, Kostenvorteile und steigende Marktvolumen in asiatischen Regionen haben vor dem Hintergrund des zu erwartenden Fachkräftemangels im Inland zu einer Wettbewerbssituation geführt, die allen Entscheidungsträgern einschließlich des Bundes und der EU dringenden Handlungsbedarf abfordern", so Jürgen Gießmann, einer der Autoren der Studie. Größtes Problem für den Standort sei die Befürchtung, dass "Leuchtturm-Unternehmen" mit Neuinvestitionen abwandern könnten.

Dresden müsse künftig seine besonderen Stärken ausbauen, wie die Kompetenz in den Technologiefeldern Embedded Systems, Engineering und Systemhaus. Die Dresdner Werke (FABs) seien Spezialisten für Fertigungstechnologien im Bereich Nanoelektronik, die der Studie zufolge weitere Wettbewerbsvorteile bringen können. Für regionale Zulieferer der Halbleiterindustrie werden aufgrund ähnlicher technologischer Komponenten und Prozessschritte Einstiegschancen im boomenden Solartechnologiemarkt, auch im internationalen Maßstab, gesehen. Weiterhin empfehlen die Gutachter, ein abgestimmtes gemeinsamen "Imagebild" von Dresden und Sachsen für die Branche sowie eine langfristig angelegte Technologie-Entwicklungsstrategie (eine so genannte "Roadmap") zu erarbeiten. Für die Grundlagenforschung im Softwarebereich wurde u. a. die Gründung eines entsprechenden Institutes angeraten.

(19.03.2008 / Quelle: saxxess.com / Landeshauptstadt Dresden / Bild: Landeshauptstadt Dresden)