News-Archiv


17.03.2008 - Leipziger können jetzt "überallfernsehen" - erstes lokales DVB-T-Netz in Deutschland gestartet

Vorherige Newsmeldung Nächste Newsmeldung
V.l.n.r.:  Detlef Stiemer (Geschäftsführer Leipzig Fernsehen), Prof. Dr. Albrecht Mugler (Vorstand Mugler AG), Prof. Kurt-Ulrich Mayer (Präsident des Medienrates), Tino Utassy (Geschäftsführer BCS Broadcast Sachsen) und Gerry Ritchie (BBC Global Channels)

V.l.n.r.: Detlef Stiemer (Geschäftsführer Leipzig Fernsehen), Prof. Dr. Albrecht Mugler (Vorstand Mugler AG), Prof. Kurt-Ulrich Mayer (Präsident des Medienrates), Tino Utassy (Geschäftsführer BCS Broadcast Sachsen) und Gerry Ritchie (BBC Global Channels)
In Leipzig ist heute der Testbetrieb für das DVB-T-Pilotprojekt "Überallfernsehen lokal" offiziell gestartet. So werden neben dem bisherigen Programmpaket der öffentlich-rechtlichen Sender nun auch der Stadtsender Leipzig Fernsehen, BBC World, ein christlicher Jugend- und Musiksender sowie ein Stadtinformationskanal in Leipzig verbreitet. Außerdem sind die Hörfunksender Radio Horeb und Radio Leipzig digital via DVB-T (= Digital Video Broadcasting Terrestrial) empfangbar. Initiiert wird das Projekt von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Man will damit die Rahmenbedingungen zum Einstieg in die digitale Rundfunktechnik vor allem für lokale und regionale private Anbieter verbessern. Durch die in Deutschland erstmalige Verwendung von Drehfeld-Sendeantennen können die sechs neuen Sender nicht nur überall in Leipzig sondern auch mobil im Auto oder der Straßenbahn empfangen werden.

Anders als im Rundfunk bisher üblich, wird auf die Errichtung eines hohen Antennenstandortes verzichtet. Stattdessen entsteht durch die Mitnutzung vorhandener Gebäude ein kleinzelliges DVB-T-Netz mit mehreren Sendestandorten. Die geringere Reichweite der Sender erlaubt die genaue Begrenzung des Versorgungsgebietes. Lokale Programme können sich so auf die Berichterstattung aus ihrem Lizenzgebiet konzentrieren und vermeiden zusätzliche Kosten für die Programmverbreitung in entfernten Gebieten. Für die Projektierung und Errichtung des Sendenetzes beauftragte die SLM die Mugler AG aus Oberlungwitz (Chemnitzer Land). Nach Angaben der Landesmedienanstalt wurden fünf Sendestandorte errichtet, von denen aus etwa 200.000 Haushalte versorgt werden.

"Was in Sachsen derzeit startet, ist eines unserer ambitioniertesten Projekte, aber auch eines mit enorm viel Potenzial für alle Beteiligten und natürlich die Zuschauer", so Martin Deitenbeck, Geschäftsführer der SLM. "Wir sind davon überzeugt, dass das Leipziger Modell erfolgreich aufgenommen und als Vorbild für weitere Projekte in ganz Deutschland dienen wird." Der SLM zufolge liefert die Einspeisung des lokalen Rundfunks ins DVB-T-Netz für die lokale Wirtschaft zusätzliche Marketingkanäle, so dass die einzelnen Zielgruppen kostengünstig und individuell angesprochen werden können.

Einzelheiten zu den sechs neuen DVB-T-Sendern in Leipzig:

  • Der Stadtsender Leipzig Fernsehen sendet täglich 24 Stunden alles Wissenswerte aus Leipzig und der Region. Zu den klassischen Nachrichten kommen zahlreiche Magazine zu den den Themen Sport, Gesundheit und Life-Style hinzu.
  • BBC World bietet ein 24-stündiges Vollprogramm mit Informations- und Dokumentationsbeiträgen in englischer Sprache.
  • Die Bibel TV Stiftung plant ein 24-stündiges Jugendprogramm mit Dokumentationen, Comedy-Formaten, Reportagen, Spielfilmen und Musik.
  • Über den Stadtinformationskanal sollen hauptsächlich Informationen für Bürger und Besucher der Stadt zu Hotels, Gastronomie, Veranstaltungen, Messen sowie kulturellen Angeboten bereitgestellt werden.
  • Bei Radio Leipzig handelt es sich um ein regionales Hörfunkvollprogramm mit stündlichen lokalen Nachrichten, Wetter und Verkehrsinformationen, das sich an die Zielgruppe der 25- bis 49-Jährigen richtet.
  • Der katholische Hörfunkveranstalter Internationale Christliche Rundfunkgemeinschaft wird sein vorwiegend überregional ausgerichtetes Informationsprogramm Radio Horeb verbreiten.


Die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien wurde 1991 gegründet und ist als eine von 14 Landesmedienanstalten in Deutschland  für die Kontrolle der privaten Hörfunk- und Fernsehveranstalter zuständig. Dies umfasst die Lizenzentscheidung, die Vergabe von Frequenzen und Kanälen sowie die laufende Programmaufsicht. Die Aufsichtsbehörde ist eine staatsunabhängige Einrichtung des öffentlichen Rechts und verwaltet sich selbst.

(17.03.2008 / Quelle: saxxess.com / SLM / Bild: SLM)