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08.02.2008 - Software Saxony sorgt sich um Informatik-Unterricht an sächsischen Gymnasien

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Die Arbeitsgruppe "Personalgewinnung und -entwicklung" von Software Saxony hat sich in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gewandt, um für die Gleichstellung der Informatik mit den Naturwissenschaften an sächsischen Gymnasien einzutreten. Die Sorge von Software Saxony besteht darin, dass durch die geplante Reform der Stundentafel deutlich weniger Gymnasiasten das Fach Informatik belegen würden. Dies hätte mittelfristig zur Folge, dass weniger Studenten Informatik studieren werden. Unter dem Namen "Software Saxony" organisiert sich seit Anfang 2007 die lokale Software-Industrie als Arbeitskreis Software im Silicon Saxony e.V.

Das Schreiben, das saxxess.com vorliegt, wurde vor zwei Wochen an Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt gesandt. Darin macht Software Saxony darauf aufmerksam, dass in Sachsen das Fach Informatik in der gymnasialen Oberstufe schlechter gestellt sei als in anderen Bundesländern wie Bayern oder Thüringen. Sächsische Schüler müssten aus der verbindlichen Liste wesentliche Fächer streichen (entweder Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung, Wirtschaft oder Geografie), damit sie Informatik belegen können. Außerdem komme das Fach in den Klassenstufen 9 und 10 am Gymnasium gar nicht vor. Software Saxony folgert daraus, "dass kaum eine positive Entscheidung für die Informatik in der Oberstufe fallen wird, wenn es in den zwei davor liegenden Schuljahren als solches nicht existiert".
 
Da mehr als zwei Drittel aller Mitarbeiter in den sächsischen Software-Unternehmen aus der Region stammen, befürchten die Verfasser des Schreibens somit deutlich negative Auswirkungen auf das Angebot an IT-Fachkräften, das sich in den kommenden Jahren aus demografischen Gründen ohnehin weiter verschlechtern werde. Software Saxony sieht dadurch einen wichtigen Standortvorteil der sächsischen Software-Industrie gefährdet: "Es drohen negative Auswirkungen auf die Attraktivität der IT- und Hightech-Standorte in Sachsen und die Abwanderung von Wertschöpfung und gut bezahlten Arbeitsplätzen in andere Regionen Deutschlands oder ins Ausland!", heißt es weiter in dem Schreiben.

Aus diesem Grund setzt sich die Arbeitsgruppe für eine Gleichstellung der Informatik mit den Naturwissenschaften ein, ebenso wie für den durchgängigen Fachunterricht an Gymnasien bis zur Klasse 10. Mit der Initiative wolle man insbesondere einen Dialog in der Öffentlichkeit über die Rolle der Informatik in der Ausbildung an den Gymnasien anstoßen. Ziel ist es, dass die geplante Veränderung der Stundentafel im kommenden Schuljahr mit Hinblick auf das Fach Informatik nochmals überdacht wird, so Software Saxony.


Anfang 2007 hat der Arbeitskreis Software im Silicon Saxony e. V. die Arbeit aufgenommen. "Software Saxony" ist ein Netzwerk, in dem sich derzeit mehr als 75 Software-Unternehmen engagieren, beispielsweise T-Systems, Saxonia Systems, SAP, Communardo, twentyone sowie verschiedene Institute der Technischen Universität Dresden.

(08.02.2008 / Quelle: saxxess.com / Software Saxony / Bild: Silicon Saxony e. V.)