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04.02.2008 - IT im OP - Internationale Konferenz zur computerassistierten Kopfchirurgie

Planung einer Mittelohr-Prothese
Computer und Roboter sind aus modernen Operationssälen nicht mehr wegzudenken. Wie ist der Entwicklungsstand? Welche Highlights gibt es? Wohin geht es? Das sind Fragen, die auf der 5. Internationale Konferenz zur computergestützten Kopf-Chirurgie (5th International Conference on Computer Aided Surgery around the Head, kurz: CAS-H) eine wichtige Rolle spielen. "Mit dem 1. Leipziger Trainingskurs zu computergestützter Chirurgie und dem Leipziger Forum zur Informationsverarbeitung bildet die Veranstaltung ein Tripel, das alle Elemente zusammenfasst, die für die computer- und robotergestützte Chirurgie unablässig sind", sagt der Neurochirurg und Sprecher des Interdisziplinären Zentrums für computer- und robotergestützte Chirurgie der Universität Leipzig (ICCAS), Professor Dr. Jürgen Meixensberger, zugleich Dekan der Medizinischen Fakultät.
Wissenschaftlicher Leiter des Kongresses ist PD Gero Strauß von der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohreneilkunde. Er ist Spezialist für die Anwendung von Assistenzsystemen bei mikrochirurgischen und endoskopischen Eingriffen an der Schädelbasis und im Ohr sowie Vorstandsmitglied von ICCAS. Letztes Jahr bekam Strauß den CAS-H-Award und damit die Aufgabe, die nächste Konferenz vorzubereiten. Thematischer Mittelpunkt ist in diesem Jahr "Die Automatisierung in der Kopf-Chirurgie".
Eines der Themen, die auf der Konferenz diskutiert werden, ist die "Computerassistierte Planung". Ein am ICCAS mit Partnern in Berlin, Magdeburg und München entwickeltes Programm ermöglicht die virtuelle Planung komplizierter Ohr-Operationen. So kann der Chirurg Miniprothesen zur Rekonstruktionen winziger Gehörknöchelchen millimetergenau plazieren - virtuell. Der Chirurg kann damit den Zugangsweg zum Operationsgebiet und die Passfähigkeit der Miniprothese planen. Und das nicht generell, sondern auf den konkreten Patienten bezogen. Dies wird nicht nur theoretisch behandelt, sondern im dazu gehörenden Workshop vorgeführt und geübt. Am Schädelmodell des Simulationssystems "ElePhant", das durch Sensoren mit einem PC verbunden ist, kann der Vorgang beliebig oft geprobt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Operieren mit dem Joy-Stick: Was wie ein Spiel am Computer erscheint, weist auf eindringliche Art in die Zukunft der Chirurgie. Der Chirurg sitzt in einer Art Cockpit - durchaus vergleichbar mit dem eines Piloten - und steuert mit Hilfe eines hochsensiblen Joysticks den operativen Eingriff. Einen Vorgeschmack darauf bietet ein Mikromanipulator, mit dem endoskopische Eingriffe exzerziert werden können. Dabei wird der Chirurg wie seinerseits der Pilot mit einer Fülle von Informationen konfrontiert, die der Komplexität des menschlichen Organismus entsprechen und die sich in verschiedenen Instrumenten niederschlagen. "Aber ein universelles Patientenmodell, welches alle Eventualitäten abdeckt, ist bislang technisch und ökonomisch nicht machbar", sagt Dr. Strauß. Deshalb hält er sorgfältig ausgewählte Zielvorgaben für erforderlich. Dennoch meint er: "Das von uns entwickelte Konzept einer kontinuierlichen Unterstützung des Chirurgen - das "Surgical Cockpit" - wird eine genauere, schnellere und damit auch effizientere Behandlung ermöglichen. Besonders wichtig ist uns, dass wir nach mehrjähriger Entwicklungszeit in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Medizintechnik unsere Ideen in erste Produkte überführen konnten."
Das Interdisziplinäre Zentrum für computer- und robotergestützte Chirurgie (ICCAS) an der Universität Leipzig verbindet in einer Kooperation die Arbeit von Herz-, Neuro- und Hals-, Nasen-, Ohren-Chirurgen mit Ingenieuren und Technikern an der Universität Leipzig. Ziel der Forscher ist es, computergestützte Operationen noch sicherer zu machen und neue Unterstützungssysteme für Chirurgen zu entwickeln.
(04.02.2008 / Quelle: saxxess.com / Universität Leipzig / Bild: Universität Leipzig)



