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08.03.2008 - SmartHome 2.0, Modellgetriebene Software-Entwicklung und computergestützte Sickerwasserprognose - sächsische Hochschulen auf der CeBIT

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Der Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft"
Mit welchen zukunftsträchtigen Forschungsprojekten sich die sächsischen Hochschulen derzeit befassen, erfahren CeBIT-Besucher auf dem gemeinsamen Stand "Forschung für die Zukunft" (Halle 9, Stand D04) der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Vertreten sind hier die Universität Leipzig, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die Technische Universität Chemnitz, die Technische Universität Dresden, die Westsächsische Hochschule Zwickau und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig). Letztere zeigt in diesem Jahr das Exponat "SmartHome 2.0 - Die Zukunft des intelligenten Hauses". Dahinter verbirgt sich die Technologie des "Universal Plug and Play". Ein technisch universeller, eingebetteter Controller - vorstellbar als winziger Computer - ist in unterschiedlichste Geräte der Haustechnik und Informationselektronik integriert. In Verbindung mit Hochfrequenz-Transporttechnologien wie Powerline oder Wireless wird das Verschmelzen von heterogenen Systemen der Haustechnik mit der Unterhaltungselektronik ermöglicht.

"Sie müssen es sich so vorstellen: Mein neuer Plasmafernseher und mein DVD- Recorder kommen vom Hersteller und sind schon so ausgestattet, dass man sie vom Computer aus steuern kann. Würden nun Haustechnik-Anbieter unseren Baustein integrieren, dann wäre in der gleichen Weise und ohne Verkabelung auch diese Technik wie Heizungs- oder Alarmanlage im Netz verfügbar", erklärt Professor Klaus Bastian vom Fachbereich IMN der HTWK Leipzig die neuen Möglichkeiten. Die besondere Herausforderung während der Entwicklung war, eine sehr komplexe und Ressourcen verbrauchende Software auf einem preiswerten und Strom sparenden Controller zu implementieren. In Hannover präsentieren frisch gebackene Diplom-Informatiker ihre Graduierungsarbeiten hierzu.

Die Westsächsische Hochschule Zwickau widmet sich der Frage: "Kann Software aufregend, schnell und erfolgreich durchgeführt werden?" Die Informatik-Professoren Georg Beier und Wolfgang Golubski und ihre Forschungsgruppe stellen ihren Ansatz zur generativen Entwicklung von Software vor. Viele Unternehmen erkennen immer mehr, dass eine möglichst gute Planung der Realisierung der Problemstellung (Modellierung des fachlichen Problems) für ein qualitativ hochwertiges Softwareprodukt notwendig ist. Durch die Verwendung eines Automatismus zur Erzeugung des Programmcodes können viele Fehler, wie z. B. eigenmächtiges Ändern oder Nichtbeachten der Planung durch den Programmierer, verhindert werden. Die Planung (Modellieren) und die Realisierung (Implementierung) sollen so zu einer Einheit werden. Dadurch können vor allem auch Folgekosten, bedingt durch nachträgliche Ergänzungen oder Umarbeitungen, deutlich reduziert werden, so die Hochschule. Auf der Grundlage der "Modellgetriebenen Software-Entwicklung (MDSD)" will man die Entwicklung von komplexer Software somit vereinfachen.

Umweltforscher der TU Dresden präsentieren sich schließlich mit einen computergestützten Expertensystem für die effektive Sickerwasserprognose. Am Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten wurde das Beratungssystem SiWaPro DSS für die Sickerwasserprognose und die Optimierung von Rekultivierungsschichten entwickelt. Prof. Dr. Peter-Wolfgang Gräber und sein junges Team arbeiteten dabei Hand in Hand mit der KP Ingenieurgesellschaft für Wasser und Boden mbH. Um beurteilen zu können, welche Gefahren von verunreinigten Böden ausgehen, ist es erforderlich, das Verhalten von Schadstoffen im Untergrund (Transport, Abbau, Rückhalt) zu untersuchen und zu bewerten. Für organische und anorganische Schadstoffe erlaubt SiWaPro DSS nunmehr eine einfache und schnelle modellgestützte Prognose, so die TU Dresden. Das Expertensystem soll es vor allem Fachbehörden und Ingenieurbüros ermöglichen, ohne detaillierte Kenntnisse der Modellierungstechnik zutreffende Sickerwasserprognosen zu erarbeiten. Aber auch für die Betreiber und Planer von Deponien (z. B. für Hausmüll, Erdaushub oder Bauschutt) kann SiWaPro DSS interessant und nützlich sein. Müssen doch gerade die Deponien vor ihrer Stilllegung gegen einsickerndes Regenwasser abgedeckt werden. Da bislang zur Anlagenbemessung von Deponieabdeckungen genutzte Verfahren die Strömungsvorgänge in den Abdeckschichten nicht präzise genug betrachten, werden die Abdeckschichten in der Praxis häufig überdimensioniert. Mit ihrem computergestützten Decision Support System sind die TU-Wissenschaftler nun jedoch in der Lage, die komplexen Prozesse in einer Deponieabdeckung besser nachzuvollziehen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten für das Programmsystem sehen die Entwickler bei der Modellierung von Deichen und Dämmen zum Schutz vor Hochwasserereignissen.

(08.03.2008 / Quelle: saxxess.com / HTWK Leipzig / Westsächsische Hochschule Zwickau / TU Dresden / Bild: saxxess.com)