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29.03.2007 - Weitere Festnahmen in Siemens-Affäre um schwarze Kassen

Siemens-Flaggen
In der Schmiergeldaffäre sollen mindestens 200 Millionen Euro, womöglich aber sogar 420 Millionen Euro geflossen sein. Damit sicherten Siemens-Manager dem Konzern Aufträge im Ausland, unter anderem für die Olympischen Spiele in Athen 2004. Die Münchner Staatsanwaltschaft nahm im Zuge ihrer Ermittlungen bereits eine Reihe ehemaliger Siemens-Mitarbeiter vorübergehend in Haft, darunter das ehemalige Vorstandsmitglied Thomas Ganswindt.
Die Affäre betrifft auch die Konzernspitze: So sollen der ehemalige Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger und der ehemalige Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann von den Machenschaften gewusst haben. Baumann gilt auch in der Affäre um Zahlungen an die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) als verdächtig. Hier ließ die Nürnberger Staatsanwaltschaft am Dienstag den Siemens-Europachef Johannes Feldmayer in Untersuchungshaft nehmen. Ihn stellte Siemens am Mittwoch wegen der Vorwürfe auf eigenen Wunsch vorübergehend frei.
Die Siemens-Manager sollen einer Unternehmensberatung des bisherigen AUB-Chefs Wilhelm Schelsky mindestens 15 bis 20 Millionen Euro Beraterhonorare gezahlt haben. Der seit Mitte Februar wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue in Untersuchungshaft sitzende Schelsky soll zumindest einen Teil des Geldes genutzt haben, um die AUB zu finanzieren. Diese stellt nach eigenen Angaben in Deutschland etwa jeden zehnten Betriebsrat, bei Siemens sitzt ein AUB-Vertreter zudem im Aufsichtsrat. Schelsky war am Dienstagabend als Vorsitzender der gezielt als Gegengewicht zur IG Metall auftretenden AUB zurückgetreten.
(29.03.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



