News-Archiv
28.03.2007 - Todesurteil in Japan wegen Mord an Internet-Bekanntschaften
"Es ist schwierig für ihn, diese Anomalität zu ändern", fügte der Richter hinzu. Daher habe das Gericht keine andere Wahl als die Todesstrafe zu verhängen. In dem Prozess hatte sich der Angeklagte schuldig bekannt. Nach der Urteilsverkündung verbeugte er sich nach japanischer Tradition tief vor dem Richter und bat darum, für die Seelen der Verstorbenen zu beten.
Dem Gericht zufolge lernte Maeue seine Opfer 2005 in einem der in Japan weit verbreiteten Internet-Foren für potenzielle Selbstmörder kennen. Er lockte die 25-jährige Frau, den 21-jährigen Mann und den 14-jährigen Schüler unter dem Vorwand eines gemeinsamen Selbstmordes nacheinander in eine entlegene Bergregion. Dort zog er seine Opfer aus, fesselte sie und erwürgte sie mit bloßen Händen. In einem psychiatrischen Gutachten wurde dem Angeklagten die volle geistige Zurechnungsfähigkeit bescheinigt.
Kollektive Selbstmorde sind ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen in Japan. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der zwischen Fremden verabredeten Selbstmorde dramatisch zu. Oft suchen die Suizid-Kandidaten entlegene Bergregionen auf und töten sich in aller Stille mit Gift. Viele der Selbstmörder sind Schüler.
(28.03.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



