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22.03.2007 - Anti-Hillary-Video im Internet schlägt hohe Wellen in USA

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Washington (AFP) - Im US-Vorwahlkampf machen politische Videoclips im Internet immer mehr Furore. Nach wochenlangem Rätselraten lüftete ein Web-Designer am Mittwoch das Geheimnis um ein anonym ins Netz gestelltes Video, das die demokratische Kandidaturanwärterin Hillary Clinton schmäht und zuletzt ihren parteiinternen Gegner Barack Obama dem Verdacht des Schmuddelwahlkampfs ausgesetzt hatte. Der Designer Phil de Vellis erklärte in einer Botschaft für die liberale Internetseite HuffingtonPost.com, er habe das Anti-Hillary-Video in seiner Freizeit ohne Wissen des Obama-Teams erstellt. Seinen Posten bei der Agentur Blue State Digital gab er auf, weil diese auch für Obama arbeitet.

Obamas Sprecher hatte zuvor kategorisch ausgeschlossen, dass ein Mitarbeiter des Senators hinter dem Schmäh-Video stecke. Für Obama war die Angelegenheit pikant: Er wirbt mit dem Versprechen, einen "sauberen" Wahlkampf zu führen und Herabsetzungen der Gegenkandidaten zu vermeiden. De Vellis betonte, Obamas Wahlkampfteam habe nichts mit dem Video zu tun, in dem Hillary Clinton als "Big Brother" aus dem Roman "1984" des britischen Schriftstellers George Orwell über einen futuristischen Überwachungsstaat erscheint. Um jeglichen Schaden von Obama abzuwenden, scheide er aus der Agentur aus, erklärte De Vellis.

Bis zu De Vellis' Enthüllung hatten etwa 1,6 Millionen Menschen das Video auf der Webseite YouTube.com angesehen. Dieser Erfolg beim Publikum zeigte erneut, dass Internet-Videos für die Wahlkampfkommunikation in den USA eine immer größere Rolle spielen. Erst vor wenigen Wochen war Hillary Clinton ebenfalls auf YouTube.com Opfer eines populär gewordenen Videos geworden: Darauf ist zu sehen und vor allem zu hören, wie die Senatorin bei einem Wahlkampfauftritt die amerikanische Nationalhymne mit vielen Misstönen intoniert.

(22.03.2007 / Quelle: © 2007 AFP)