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22.03.2007 - Sonys PlayStation 3 startet als Spielzeug für Wohlsituierte
Denn ohne einen großen hochauflösenden Breitbild-Fernseher der neuesten Generation und eine entsprechende Heimkino-Surroundanlage plus Breitband-DSL im Wohnzimmer bleibt das Yuppie-Spielzeug von Sony nur ein müder Krieger. Tatsächlich bringt die Konsole für Wohlsituierte weitaus mehr mit als nur die fürs Computerspielen notwendige Ausstattung - und auch deutlich mehr als die Konkurrenzprodukte von Microsoft und Nintendo.
Übers Internet lassen sich Spiele, Filme und Musik auf die Festplatte herunterladen. Mit Hilfe des freien Betriebssystems Linux, Tastatur und Maus wird die Spielkonsole zu einem schicken Zweit-PC fürs Wohnzimmer. Dazu kommt noch der Blu-ray-Player, der die neue Playstation zur kompletten Multimediazentrale fürs Wohnzimmer macht. Allein der Player für Blu-ray-Filme in hochauflösender Kinoqualität schlägt auf dem freien Markt als betriebsfertiges Einzelgerät mit mehr als tausend Euro zu Buche. Sogar ein DVB-T-Decoder zum Fernsehempfang lässt sich anschließen. Angesichts der Rundum-Ausstattung relativiert sich also der hohe Preis, den Sony für seine jüngste Spielkonsole verlangt.
Allerdings: So richtig teuer wird es erst nach dem Kauf der Hardware. Wer hochauflösende Spiele und Filme genießen will, muss zunächst in zusätzliche teure Kabel investieren. Und ein Spiel schlägt mit etwa 60 bis 70 Euro zu Buche. Besonders schmerzlich: Viele ältere Spiele des Modellvorgängers Playstation 2 verweigern auf der neuen Hardware ihren Dienst. Zum Marktstart gibt es 28 Spiele für die neue Playstation, sagt Hartmut Gieselmann, Experte des Magazins für Computertechnik "c't": "Rennspiele, Rollenspiele, Adventures, Kampfspiele und auch einige Shooter." Sony deckt damit schon vom ersten Tag an ein relativ breites Nachfragefeld ab, so dass nicht nur Fans der üblichen Actionspiele zum Zuge kommen.
"Vor allem gut verdienende Männer werden das Geld für die Playstation übrig haben", vermutet Gieselmann. Die von Sony angepeilte Altersklasse liegt deutlich über der der Wettbewerber, die vor allem Teenager und Twens ansprechen. Wer in den 80er Jahren mit einer Atari-Spielkonsole groß geworden ist und inzwischen etabliert im Berufsleben steht, der könnte bei Sonys neuer PlayStation 3 durchaus schwach werden. Monatlich eine Million Geräte werden produziert, um die Kaufhysterie, die das neue Gerät schon in Japan und den USA ausgelöst hatte, auch in Europa zu stillen. Wer es billiger mag und nur spielen will, sollte sich einmal die XBox von Microsoft genauer ansehen: Viele Spiele gibt es dort günstiger als für die neue PlayStation.
SONY
MICROSOFT
NINTENDO
(22.03.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



