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22.03.2007 - Frankreich stellt sein Ufo-Archiv ins Internet
In Frankreich war eine erste Ufo-Sichtung 1937 gemeldet worden. Seit den 50er Jahren gab es einen Schub bei der Beobachtung scheinbar unerklärlicher Himmelsphänomene. Heute sind es im Schnitt 50 bis 100 im Jahr. Wie überall auf der Welt gibt es regelrechte Verschwörungstheorien zum Umgang der französischen Regierung mit Ufo-Sichtungen. Die CNES-Gruppe für Erforschung und Informationen über nicht identifizierte Luftraum-Phänomene (GEIPAN) untersucht deshalb seit 1977 solche Phänomene und veröffentlicht gegebenenfalls die Ergebnisse.
Bei rund zehn Prozent der Meldungen gehe ein GEIPAN-Team vor Ort, sagt der Luftfahrtingenieur Patenet, der die Gruppe leitet. "Fälle wie die Frau, die ein Objekt gesehen haben will, das einer fliegende Toilettenpapierrolle ähnelt, sind dabei natürlich kaum erforschenswert." Interessant seien vor allem Mehrfachsichtungen. Und in den Archiven finden sich auch viele Berichte über Brandspuren durch angebliche gelandete Ufos und Radar-Sichtungen, die Objekte mit Geschwindigkeiten jenseits der Gesetze der Physik zeigen. Von den 1600 seit dem Jahr 1954 gesichteten Objekten wurden fast 25 Prozent als "Typ D" eingestuft. Dies bedeutet laut Patenet, "dass wir sie trotz guter oder sehr guter Daten und glaubwürdiger Zeugen nicht erklären können."
Einer der Fälle stammt aus dem Januar 1981. Ein Bauer in der Nähe der südfranzösischen Stadt Trans-en-Provence hörte damals auf seinem Feld plötzlich ein Pfeifen und sah dann eine 2,5 Meter große Scheibe lautlos landen. Das graue Objekt hob bald wieder ab und hinterließ Brandmarken auf dem Boden, von denen es Fotos gibt. Die Ufo-Ermittler haben bis heute keine Erklärung für den Vorfall. Anders war das, als im November über tausend Menschen Lichtblitze im Himmel sahen. Hier konnten die GEIPAN-Forscher klar ein zur Erde fallendes Teil einer Rakete für das Phänomen verantwortlich machen.
Für Patenet ist die Frage, ob es außerirdische Besucher auf der Erde gab, weiter offen: "Wir haben nicht den geringsten Beweis, dass Außerirdische hinter unerklärten Phänomenen stehen", sagte er. "Aber wir haben auch nicht den geringsten Beweis dafür, dass es nicht so ist."
Frankreich wolle jedenfalls auf Transparenz in der Frage setzen, sagte Patenet. Die Veröffentlichung eines gesamten Regierungsarchivs zu Ufos sei "eine Weltpremiere." Zwar könnten Bürger auch in den USA Anfragen an die Behörden stellen. Dies sei aber nur für Einzelinformationen möglich, sagte der GEIPAN-Leiter. "Wir machen das Gegenteil und stellen der Öffentlichkeit alle Informationen zur Verfügung." Die GEIPAN will nach und nach auch Fotos und Videos ins Netz stellen. Bisher gibt es dort vor allem Berichte der Polizei, die um personenbezogene Daten wie Zeugennamen bereinigt sind.
(22.03.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



