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23.02.2007 - MP3-Player könnten nach Strafe gegen Microsoft teurer werden

Alcatel-Lucent
Microsoft nannte das Urteil unrechtmäßig. Das Urteil könne dazu führen, dass hunderte Firmen, die das Recht auf die MP3-Nutzung vom Fraunhofer-Institut gekauft hatten, nun von Alcatel-Lucent gerichtlich belangt würden, teilte Microsoft mit. Der Lucent-Konzern, der inzwischen mit Alcatel fusionierte, hatte die Klage gegen Microsoft im Jahr 2003 eingereicht. Das Unternehmen machte darin geltend, dass Partner von Microsoft wie die Computerkonzerne Dell und Gateway den Windows Media Player auf den von ihnen verkauften Rechnern installierten. Microsoft hält es dagegen für ausreichend, 16 Millionen Dollar Lizenzgebühren an das Fraunhofer-Institut gezahlt zu haben.
Ein Sprecher des Fraunhofer-Instituts sagte, die Einrichtung wolle keine Stellungnahme zu dem Urteil abgeben. Das Forschungsinstitut hatten das MP3-Format einst maßgeblich mitentwickelt. Mit der MP3-Technik kann Musik in vergleichsweise kleine Dateien umgewandelt werden. Die Klangqualität leidet jedoch kaum, weil für das menschliche Ohr nicht hörbare Töne herausgefiltert werden. MP3 hat sich in den vergangenen Jahre beim digitalen Versand von Musik auf dem Computer und auf tragbaren Musikplayern durchgesetzt.
Wer heute die Technik zur MP3-Verschlüsselung für eines seiner Geräte nutzen möchte, muss an das Fraunhofer-Institut zahlen. Das Institut hatte mit dem französischen Unternehmen Thomson die MP3-Technik 1995 als Patent angemeldet. Pro MP3-Player werden 75 US-Cents (58 Euro-Cents) fällig. Für den MP3-Vertrieb im Internet müssen Unternehmen zwei Prozent ihres Umsatzes abführen. An der komplexen Entwicklung des MP3-Standards waren jedoch mehrere Unternehmen beteiligt. Jedoch hatte niemand sonst offensiv Ansprüche geltend gemacht.
(23.02.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



