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26.01.2007 - Siemens-Chef geht im Schmiergeldskandal in die Offensive

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Siemens-Hauptversammlung
München (AFP) - Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte zuvor den Aktionären den Milliardenzukauf des US-Softwareherstellers UGS sowie den Börsengang des Autozulieferers VDO angekündigt und zugleich versucht, mit unerwartet guten Zahlen für das erste Vierteljahr die aufgebrachten Anleger zu besänftigen. Viele Kleinaktionäre nutzten dennoch die Gelegenheit zu einer Abrechnung mit dem Vorstand und Aufsichtsrat.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte zuvor den Aktionären den Milliardenzukauf des US-Softwareherstellers UGS sowie den Börsengang des Autozulieferers VDO angekündigt und zugleich versucht, mit unerwartet guten Zahlen für das erste Vierteljahr die aufgebrachten Anleger zu besänftigen. Viele Kleinaktionäre nutzten dennoch die Gelegenheit zu einer Abrechnung mit dem Vorstand und Aufsichtsrat.

Bei der Hauptversammlung musste sich die Siemens-Führung erstmals seit Bekanntwerden der Schmiergeldvorwürfe den Aktionären stellen. Die Vorfälle hätten ihn "fassungslos" gemacht, sagte Kleinfeld. Deshalb werde der Konzern alles tun, um alles "umfassend und vollständig aufzuklären".

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) warf Kleinfeld und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer dagegen vor, nur auf Druck zu den Vorwürfen der Ermittler Stellung zu nehmen. Willi Bender von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte, ohne personelle Konsequenzen könne Siemens den Weg in die Zukunft nicht schaffen. Die Aktionärsschützer kündigten an, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern.

Von Pierer sagte, er sei bei seinem Ausscheiden als Konzernchef vor zwei Jahren davon ausgegangen, alles getan zu haben, um Schmiergeldzahlungen bei Siemens in Zukunft zu verhindern. "Ich bedaure zutiefst, dass dies offenbar nicht in ausreichender Weise gelungen ist." Seinen von Aktionärsschützern wegen Befangenheit geforderten Rücktritt lehnte von Pierer ab.

An der Börse schossen die Siemens-Aktien um bis zu 6,9 Prozent in die Höhe. Grund waren die unerwartet guten Quartalszahlen. In den letzten drei Monaten des Jahres 2006 kletterte der Umsatz um sechs Prozent auf 19 Milliarden Euro. Lediglich der Gewinn schrumpfte wegen der Rekordstrafe vom Mittwoch der EU-Kommission um 16 Prozent auf 788 Millionen Euro. Siemens muss wegen illegaler Kartellabsprachen 423 Millionen Euro Strafe zahlen.

(26.01.2007 / Quelle: © 2007 AFP)