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25.01.2007 - Von Pierer entschuldigt sich wegen Siemens-Korruptionsaffäre

Von Pierer
Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer hat sich zu Beginn der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung bei den Aktionären wegen der Korruptionsaffäre entschuldigt. Er sei bei seinem Ausscheiden als Konzernchef vor zwei Jahren davon ausgegangen, alles getan zu haben, um solche Vorfälle bei Siemens in Zukunft zu verhindern, sagte von Pierer vor den Aktionären in der Münchner Olympiahalle. "Ich bedaure zutiefst, dass dies offenbar nicht in ausreichender Weise gelungen ist."
Von Pierer kündigte an, dass die Entlastung der von der Staatsanwaltschaft München I in der Korruptionsaffäre belasteten ehemaligen Vorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt durch die Hauptversammlung vertagt werden soll. Dennoch forderte er, für jeden Verdächtigen bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung gelten zu lassen.
Tausende Aktionäre wollen auf der Hauptversammlung ihrem Ärger um die Pleite der einstigen Handysparte BenQ, die geplante Erhöhung der Vorstandsgehälter um 30 Prozent und die Schmiergeldaffäre Luft machen. Auch das von der EU-Kommission verhängte Rekordbußgeld von 418 Millionen Euro gegen Siemens wegen Kartellabsprachen dürfte zur Sprache kommen. Auch auf harte Kritik nationaler und internationaler Investoren muss sich die Siemens-Führung einstellen.
Aktionärsschützer und Belegschaftsaktionäre haben angekündigt, Vorstand und Aufsichtsrat für das vergangene Jahr nicht entlasten zu wollen. Die ISS, größte und wichtigste Organisation für die Beratung institutioneller Investoren in den USA, habe ihren Kunden empfohlen, Vorstand und Aufsichtsrat von Siemens nicht zu entlasten, berichtet das "Handelsblatt".
Mitten in der Krise um Schmiergeldzahlungen konnte Siemens den Umsatz und den Auftragseingang im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007 steigern. In den letzten drei Monaten des Jahres 2006 kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 19,068 Milliarden Euro, der Auftragseingang stieg um vier Prozent auf 24,582 Milliarden Euro.
Von Oktober bis Dezember erwirtschaftete Siemens aber nur einen Gewinn nach Steuern von 788 Millionen Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahreswert von 939 Millionen Euro ein Rückgang um 16 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die von der EU verhängte Rekordbuße in Höhe von laut Siemens 423 Millionen Euro wegen Kartellabsprachen.
(25.01.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



