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23.01.2007 - Deutschland weltweit Spitze bei Automobil-Patenten

BMW-Testlabor
Deutschland ist im Automobilsektor so erfindungsreich wie kein anderes Land der Welt. Deutsche Forscher und Ingenieure melden vom Motor über Sicherheitssysteme bis zum Sitzkomfort die meisten Patente an, wie aus einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. Auch in der Umwelttechnologie ist Deutschland bei den Patenten führend, vor allem bei Wind- und Wasserkraft. Bei der Erforschung von Solartechnik und Brennstoffzellen seien deutsche Entwickler vorne dabei, ihre Position sei aber noch ausbaufähig.
Zugleich hinkt Deutschland bei Patenten für Computer und Unterhaltungselektronik im internationalen Vergleich weit hinterher. Ob Kameras, MP3-Player oder Laptops, hier stammen die meisten Patente der Studie zufolge aus den USA und aus Asien. Deutschland sei nur insofern gut aufgestellt, als es neue Techniken aus diesen Regionen oft aufgreife und weiterentwickle. Allgemein gelte: Je schneller sich Innovation in einem Bereich entwickle, desto schlechter stehe Deutschland da, konstatiert die Studie.
Deutschland habe aber einen finanziellen Nachteil gegenüber manchen Ländern. So seien hierzulande etwa im Jahr 2004 rund 68 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben worden, in Japan seien es 146 Milliarden Dollar und in den USA sogar 313 Milliarden Dollar gewesen. Die deutsche Forschungsleistung sei bezogen auf die Einwohnerzahl trotzdem mit der von Japan oder den USA vergleichbar. Für die groß angelegte Studie wurden mehr als 700.000 Patente ausgewertet, die weltweit zwischen 1998 und 2005 angemeldet wurden.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte am Rande einer Energiekonferenz in Berlin, in Deutschland gebe es eine "mangelnde Risikobereitschaft" bei Innovationen: "Andere Länder sind risikofreudiger." So sei es bezeichnend, dass mit Konrad Zuse ein Deutscher den Computer erfunden habe, die Technik aber später von ausländischen Konzernen zu Geld gemacht wurde. In Deutschland müsse mehr privates Wagniskapital für die Entwicklung neuer Techniken zur Verfügung gestellt werden, forderte Glos. Zudem verwies er auf eine neue Regelung, die im Jahr 2008 eingeführt werden soll und Gründern mehr staatliches Eigenkapital zur Verfügung stellen soll.
(23.01.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



