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20.11.2007 - Telekom will Buchhaltung konzernweit zusammenlegen

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Bonn (AFP) - Die Deutsche Telekom will ihre Buchhaltung und das Rechnungswesen zusammenlegen und zahlreiche Standorte schließen. "Wir müssen auch hier die Prozesse verbessern und planen, die Bereiche zusammenzulegen", sagte ein Konzernsprecher am Dienstag in Bonn. Wie viele Standorte und Arbeitsplätze wegfallen sollen, wollte er nicht sagen. Die "Financial Times Deutschland" vom Dienstag hatte berichtet, 42 der 48 Büros würden geschlossen und 400 der insgesamt 1200 Stellen gestrichen. Wie das Blatt weiter berichtet, erwägt die Telekom außerdem einen Milliardenzukauf zur Stärkung ihrer angeschlagenen Geschäftskundensparte T-Systems.

Die "FTD" berichtete, der Konzern drohe, die Buchhaltung und das Rechnungswesen ansonsten nach Ungarn zu verlagern. Der Telekom-Sprecher erklärte dagegen, es sei "unser klares Ziel, das Rechnungswesen langfristig in Deutschland zu halten". Zudem führt die Telekom Gespräche über längere Arbeitszeiten für die betroffenen Beschäftigten sowie niedrigere Gehälter für Neueinsteiger. "Es geht nicht um Gehaltskürzungen für aktuelle Mitarbeiter", sagte der Sprecher. Bei den Neueinsteigern "muss man jedoch über die Konditionen reden". Sie sollten etwa wieder 38 Stunden arbeiten. Derzeit liege die Wochenarbeitszeit zwischen 34 und 42 Stunden.

Die harte Konkurrenz macht dem ehemaligen Staatsmonopolisten vor allem im Festnetz zu schaffen, wo der Konzern gegen einem massiven Kundenschwund ankämpft. Um die Kosten zu drücken, will die Telekom bis Ende kommenden Jahres 32.000 Mitarbeiter loswerden. Rund 50.000 Beschäftigte der Festnetzsparte wurden bereits in eine Servicegesellschaft ausgelagert, bei der sie für weniger Geld länger arbeiten.

Laut "FTD" führt der Bonner Konzern erste Sondierungsgespräche über eine mögliche Übernahme des texanischen IT-Dienstleisters Electronic Data Systems (EDS). Weder Telekom noch EDS hätten sich dazu äußern wollen. T-Systems zählt wegen bröckelnder Gewinne zu den größten Sorgenkindern des Konzerns. Ursprünglich hatte Telekom-Chef René Obermann nach einem Käufer für die Geschäftskundensparte gesucht - aber ohne Erfolg. T-Systems gilt wegen der hohen Mitarbeiterzahl und der Fokussierung auf den deutschen Markt als unattraktiv.

EDS sei mit einem derzeitigen einen Börsenwert von umgerechnet knapp sieben Milliarden Euro die Nummer zwei im Markt für IT-Dienstleistungen. Die Telekom verfüge über liquide Mittel in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Um den Kauf zu finanzieren, würde sich der Konzern mit einem Finanzinvestor zusammentun, berichtete die "FTD". Nach der Verschmelzung mit T-Systems könnte die neue Tochter an die Börse gebracht oder weiterverkauft werden.

(20.11.2007 / Quelle: © 2007 AFP)