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19.10.2007 - Mutmaßlicher kanadischer Kinderschänder in Thailand festgenommen

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Bangkok (AFP) - Die weltweite Suche nach dem mutmaßlichen Kinderschänder Christopher Paul N. aus Kanada ist beendet. Der Mann mit dem Spitznamen "Vico" wurde nach mehr als 350 Hinweisen aus der ganzen Welt am Freitag in Nakhon Ratchasima im Nordosten Thailands festgenommen, wie die thailändische Polizei und Interpol mitteilten. Nach Polizeiangaben wurde N. nach einem Hinweis aus der Bevölkerung gefasst. Bei seiner Festnahme sagte er demnach, er habe gewusst, dass dieser Tag kommen werde. Zu den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs äußerte er sich zunächst nicht. Für den Durchbruch der beispiellosen Fahnung sorgte laut Interpol der Gang an die Öffentlichkeit.

Zur Ergreifung habe ein Hinweis aus der Bevölkerung geführt, sagte Pongsapat Pongcharoen, ein Generalleutnant der Polizei, in Bangkok vor Journalisten. N. sei in einem Haus im Beisein eines 25-jährigen thailändischen Transvestiten gefasst worden. Dieser sei noch nicht von der Polizei verhört worden. Zur Beziehung der beiden zueinander äußerte sich Pongsapat nicht. "Er (N.) sagte, er habe gewusst, dass dieser Tag kommen würde", sagte der thailändische Polizist Pasial Luesomboon der Nachrichtenagentur AFP. "Er sagte, er brauche einen Anwalt - von da an hat er überhaupt nichts mehr gesagt", berichtete er. Der Polizei zufolge bestätigte der Verdächtige lediglich seinen Namen, die Nationalität und sein Alter.

Nach seiner Verhaftung war N. nach Bangkok gebracht worden, wo er in Handschellen der Presse präsentiert wurde. Der Verdächtige versuchte, sein Gesicht hinter einem blauen Hemd zu verbergen, bevor er sich etwa fünf Minuten lang mit einer Sonnenbrille im Gesicht den Fotografen und Kameraleuten zeigte. Nach Angaben des stellvertretenden thailändischen Polizeichefs Wongkot Maneerin drohen dem Kanadier im Falle einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft.

Am Donnerstag hatte Interpol Fotos des Gesuchten und eine Kopie seines kanadischen Passes auf ihre Website gestellt sowie eine Kopie seiner bei der Ankunft in Thailand am 11. Oktober ausgefüllten Einreisekarte. "Die Tatsache, dass wir an die Öffentlichkeit gegangen sind, brachte den Durchbruch", sagte der Interpol-Beamte Mick Moran am Freitag der AFP. Interpol hatte den Mann Anfang der Woche identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben. Grundlage dafür waren rund 200 im Internet entdeckte Bilder des Mannes mit Jungen aus Vietnam und Kambodscha ab einem Alter von etwa sechs Jahren.

Der internationalen Polizeibehörde zufolge war der Kanadier als Englischlehrer in Asien tätig gewesen. Er soll mehrere Minderjährige sexuell missbraucht haben. Die thailändische Justiz hatte am Donnerstag aufgrund von Aussagen eines neunjährigen mutmaßlichen Missbrauchsopfers Haftbefehl gegen N. erlassen. Ein 18-Jähriger gab zudem an, vor zwei Jahren von dem Kanadier missbraucht worden zu sein.

Die deutsche Kinderrechtsorganisation ECPAT lobte das Vorgehen der Behörden. Die Polizei habe durch die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit den richtigen Weg eingeschlagen, sagte Geschäftsführerin Mechthild Maurer am Freitag im Gespräch mit AFP. In südostasiatischen Ländern wie Kambodscha oder Vietnam habe im Umgang mit pädophilen Tätern ein Umdenken eingesetzt. Lange Haftstrafen zeigten das Interesse der Länder, gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. Die Armut in Südostasien bleibt laut ECPAT die größte Hürde für den Kampf gegen das Problem: "Pädosexuelle wissen ganz genau, wo sie Kinder bekommen und wie sie sie ansprechen müssen", sagte Maurer. "Nicht umsonst heißen sie in einigen Gebieten 'sugar daddies'."

(19.10.2007 / Quelle: © 2007 AFP)