News-Archiv
29.08.2007 - Telekom will Kundenschwund durch Internet-TV wettmachen

Obermann
Um das Kundenziel zu erreichen, hat die Deutsche Telekom ihre Preise der für einen "Triple Play" notwendigen VDSL-Glasfaser-Anschlüsse um 16 Prozent auf zwischen 50 und 85 Euro gesenkt. Der Konzern hofft zudem, tausende neue Kunden zu gewinnen wegen des Angebots, Bundesliga-Spiele über das Internet-Fernsehen zu empfangen. Die Deutsche Telekom sucht derzeit nach neuen Einnahmequellen, um die anhaltende massenhafte Flucht von Festnetz-Kunden auszugleichen.
In Deutschland kommt das Internet-Fernsehen nur langsam aus den Startlöchern. Bei der Technik kann über Internet-Leitung telefoniert, gesurft und ferngesehen werden. In Frankreich dagegen ist "Triple Play" schon seit langem groß in Mode. Im Nachbarland gibt es inzwischen laut dem britischen Marktforschungsinstitut Digest rund 5,6 Millionen Kunden, die solche Angebote nutzen.
VDSL (Very High Data Rate Digital Subscriber Line) ist bis zu 50 Mal schneller als DSL. Für VDSL sind die Leitungen großteils aus Glasfaser statt aus Kupfer. VDSL gibt es seit vergangenem Jahr in zwölf großen deutschen Städten. In diesem Jahr soll es auf mindestens 30 Städte ausgedehnt werden. Verbraucher können sich auf der Internet-Seite der Telekom informieren, ob sie VDSL haben können. Sie können dann bei der Telekom ein Paket mit VDSL-Anschluss bestellen.
Der Aufbau der Glasfasernetze soll zunächst drei Milliarden Euro kosten. Die Telekom hat den Ausbau des Netzes aber daran geknüpft, dass sie vorerst das Monopol auf die Leitungen hat. Beim DSL gibt es neben der Telekom zahlreiche andere Anbieter, die das Telekom-Netz ebenfalls nutzen. Das hat zu einem harten Preiskampf geführt. Die Telekom verlor dadurch zahlreiche Kunden. Derzeit gibt es zwischen der EU-Kommission und der Bundesregierung einen Streit darüber, ob die Telekom das Glasfasernetz zunächst exklusiv nutzen darf.
(29.08.2007 / Quelle: © 2007 AFP)



