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20.07.2007 - Neue Hoffnung für die Nummer sicher

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Berlin (AFP) - "Was kann ich für Sie sperren", fragt der Mann am anderen Ende der Leitung. Zu erreichen sind er und seine Call-Center-Kollegen unter der Nummer 116 116. Hinter dieser Nummer steckt eine simple Idee: Alle Karten mit sensiblen Daten, die Verbraucher heutzutage herumtragen, sollen hier kostenlos und mit einem einzigen Anruf gesperrt werden - und etwa die Verzweiflung nach einem Handtaschenraub lindern. Zwei Jahre nach dem Start können schon fast alle Deutschen dort ihre EC-Karte und ihre Kreditkarte sperren lassen. Seit wenigen Tagen hat nun erstmals auch ein Handy-Anbieter die zentrale Sperr-Nummer. Doch immer noch weigern sich einige Banken und fast alle Handy-Firmen gegen die leicht zu merkende Notruf-Nummer.

Wer die 116 116 anruft, für den sperren die Call-Center-Mitarbeiter die Karte teils direkt - so bei Volks- oder Raiffeisenbanken. Teils wird der Anruf an die jeweilige Sperr-Stelle der Bank weitervermittelt. Wer mehrere Karten sperren will, wird durchgehend von einem Mitarbeiter betreut.

Die Karten-Notruf-Nummer ist eigentlich ein europäisches Projekt. Deutschland erhielt die Rolle als Vorreiter-Nation. Von der Bundesnetzagentur wurde die Nummer einst an den Verein Sperr e.V. vergeben. Dessen Chef Michael Denck ist in Kooperation mit dem Sperr-Notruf-Betreiber Servodata für das Projekt verantwortlich. Nun wurde mit der neuen Telekom-Handymarke Congstar erstmals ein Mobilfunker für den Sperr-Ruf gewonnen. In Zukunft könnten nach der Vision der Bundesnetzagentur auch Tankkarten, Kundenkarten oder die geplante Gesundheitskarte über die zentrale Notrufnummer gesperrt werden. "Neben den Bank-Karten sind Handys aber die Klassiker beim Verlieren", sagt Denck.

Doch von den Handy-Anbietern machte bisher kein einziger mit. Nun aber beteiligt sich die neue Mobilfunk-Marke Congstar, von der Telekom vor wenigen Tagen zum Anlocken junger Kunden gestartet. "Unsere Kunden haben es bequemer, wenn sie sich zum Sperren nicht drei Nummern merken müssen", sagt Congstar-Sprecherin Ramona Stahl. Die anderen Mobilfunkanbieter sehen das anders. "Unsere Kunden haben unsere Kunden-Hotline so präsent, dass es sich nicht rechtfertigen ließe, einen Wechsel vorzunehmen", sagt Joe Müller, Sprecher von E-Plus. Tanja Dahmen von Vodafone sagt: "Wir haben keinen Bedarf für einen weiteren Weg. Unsere Nummern sind von den Kunden über Jahre gelernt."

Die Anrufe bei den Hotlines der Mobilfunkanbieter sind teils kostenpflichtig. Bei der zentralen Sperr-Nummer ist der Anruf, zumindest aus dem Inland, umsonst. Die Kosten tragen die teilnehmenden Unternehmen. Trotzdem haben bisher schon alle Banken und Kreditkarten-Institute mitgemacht. Nur die Postbank sperrt sich weiter. Der sei ein Mitmachen schlicht zu teuer, sagt Denck von Sperr e.V.

Postbank-Sprecherin Uta Schaller spricht von einer "geschäftspolitischen Entscheidung". Und fügt hinzu: "Wir werden uns auf absehbare Zeit nicht an der Sperrnummer beteiligen." Ein Verhalten, dass auch Verbraucherschützer schon lange verärgert. "Es macht nur Sinn, wenn alle mitmachen, auch die Postbank", sagt Manfred Westphal vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). "Denn die Idee ist natürlich grundsätzlich gut."

(20.07.2007 / Quelle: © 2007 AFP)