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30.06.2007 - Telekom nach Streik-Ende zuversichtlich über Gewinnaussicht

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Obermann
München (AFP) - Nach der endgültigen Beilegung des wochenlangen Tarifkonflikts bei der Deutschen Telekom zeigt sich die Konzernspitze zuversichtlich über die Gewinnaussichten. Das angepeilte Plus von 19 Milliarden Euro vor Steuern sei ein "ehrgeiziges, aber machbares Ziel", sagte Telekom-Chef René Obermann dem "Focus". "Wir können die 19 Milliarden packen." Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" will der Konzern jetzt auch die Telefonauskunft 11833 verkaufen. 72,6 Prozent der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder votierten für den Kompromiss, den die Tarifparteien für die Service-Gesellschaften der Telekom vereinbart hatten.

Rückschläge wollte Obermann in dem "Focus"-Interview nicht ausschließen. Schließlich laufe in seinem Unternehmen ein "riesiges Umbauprogramm". Der Umbau geht laut "Wirtschaftswoche" weit über bisher bekannte Pläne hinaus. "Wir prüfen alle strategischen Optionen", zitierte das Magazin Vorstandskreise. Obermann will sich demnach auch von Unternehmensbereichen trennen, die zum Kerngeschäft zählen, und hofft auf einen Verkaufserlös "in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe".

Die von der Telekom als Konkurrenz zu den Billiganbietern geplante Zweitmarke soll noch im Sommer starten. "Der Name ist geheim, nur soviel: Auf das 'T' verzichten wir, denn die Marke wendet sich insbesondere an Kunden, die das 'T' nicht wollen", sagte der Telekom-Chef.

Konzern und Gewerkschaft hatten sich nach einem sechswöchigen Streik vor gut einer Woche darauf geeinigt, dass die Service-Mitarbeiter der Telekom ab dem 1. Juli für weniger Geld vier Wochenstunden mehr arbeiten und ihre Gehälter schrittweise um 6,5 Prozent gekürzt werden. Bis Ende 2010 federt die Telekom diesen Einkommensausfall aber ab; für den gleichen Zeitpunkt wurde auch ein Verkaufsschutz für die neuen T-Service-Gesellschaften vereinbart. Zudem garantiert das Unternehmen die Arbeitsplätze bis 2012. Personalabbau soll demnach nur auf freiwilliger Basis erfolgen.

Ein Teil der künftig 38 statt 34 Wochenstunden werde verbindlich für Qualifizierung und Fortbildung der Beschäftigten reserviert, teilte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder mit. Die Verlängerung der Arbeitszeit sei zwar nicht schön, aber mit Blick auf die Vorteile des Gesamtpakets zu verschmerzen.

(30.06.2007 / Quelle: © 2007 AFP)