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23.05.2007 - EU-Parlament stimmt für Senkung von Auslands-Handygebühren

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Telefonierende Frau am Strand
Straßburg (AFP) - Die EU-Verordnung zur Senkung der Handy-Gebühren im Ausland ist unter Dach und Fach: Das EU-Parlament stimmte mit großer Mehrheit für die Regelung, die erstmals EU-weite Obergrenzen für Handy-Tarife festlegt. Spätestens ab Herbst sollen Handy-Kunden für abgehende Gespräche im EU-Ausland nur noch höchstens 49 Cent pro Minute zahlen, für angenommene Gespräche höchstens 24 Cent. Hinzu kommt noch die jeweilige Mehrwertsteuer. Beim Grenzübertritt müssen die Betreiber ihre Kunden per SMS über die neuen Grundtarife informieren.

Nach Angaben des Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Joachim Wuermeling, soll die Verordnung Ende Juni im Europäischen Amtsblatt veröffentlicht werden und damit in Kraft treten. Anschließend müssten die Betreiber ihren Kunden binnen eines Monats ihren "Eurotarif" anbieten. Nach Zustimmung des Kunden haben die Anbieter abermals einen Monat Zeit, bis sie den neuen Tarif auch anwenden. Wenn der Kunde nicht reagiert, gilt der "Eurotarif" spätestens drei Monate nach Inkrafttreten der Verordnung automatisch.

Es sei gut möglich, dass Betreiber die Preissenkungen rasch umsetzten, also noch im Laufe des Sommers, sagte die Vorsitzende des Industrieausschusses, Angelika Niebeler (CSU): "Die wollen schließlich nicht, dass die Kunden zu anderen Anbietern überlaufen." Im übrigen käme die Regelung auch den Betreibern zugute, weil Reisende im Ausland dank der neuen Transparenz vermutlich viel öfters zu ihrem Handy greifen würden, fügte sie hinzu.

Deutsche Verbraucherzentralen hatten im Vorfeld der Abstimmung den Kunden einen genauen Preisvergleich empfohlen. Zahlreiche Betreiber bieten bereits heute Roaming-Gebühren an, die unter den künftigen Obergrenzen liegen. Ein Umsteigen auf den "Eurotarif" ist daher nicht in jedem Fall sinnvoll.

Die Neuregelung werde "mit überzogenen Roaming-Gebühren" Schluss machen und die Voraussetzung für einen europäischen Telekom-Binnenmarkt schaffen, betonte die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. Die Kommission werde den Markt nun "genau beobachten", fügte sie hinzu. Nach Angaben Nieblers soll vor allem verfolgt werden, ob Anbieter nun mit einer Erhöhung der grenzüberschreitenden SMS-Gebühren reagieren. Für diesen Fall schließe die Kommission ein neues Eingreifen nicht aus. Im Parlament wurde die Neuregelung von Sprechern aller maßgeblichen Fraktionen begrüßt.

(23.05.2007 / Quelle: © 2007 AFP)