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27.04.2007 - Warnstreiks von Telekom-Mitarbeitern in Sachsen

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Gebäude Telekom-Hauptsitz

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Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat heute mehr als 800 Telekommitarbeiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu eintägigen Warnstreiks aufgerufen. An 20 Standorten, darunter auch Leipzig, Chemnitz und Dresden, wurde zwischen 6.30 Uhr und 13 Uhr gestreikt.

Nachdem die Gewerkschaft am Donnerstag das veränderte Angebot der Telekom abgelehnt hatte, wurden die Tarifverhandlungen über die Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern abgebrochen. Ver.di zufolge habe das letzte Telekom-Angebot Lohnkürzungen von neun, statt bisher zwölf Prozent sowie eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 auf 38 Stunden enthalten. Die Gewerkschaft kritisiert den lückenhaften Kündigungsschutz des Bonner Unternehmens und betont, dass die geplanten Einstiegsgehälter zum Teil unter Mindestlohnniveau lägen. Ver.dis Landesfachbereichsleiter Hans-Joachim Fischer teilte mit: "Das jetzige "Angebot" lässt jegliche soziale Balance vermissen. Während die Aktionäre mit Rekorddividenden bedient werden, soll den Beschäftigten die Existenzgrundlage genommen werden."

Wie Jörg Pfeiffer, Mitglied vom Bereich ver.di Leipzig, auf Anfrage von saxxess.com mitteilte, will sich morgen die Tarifkommission von ver.di treffen, um endgültig über das Angebot der Telekom zu entscheiden. Der Konzern will sein Angebot bis zum 2. Mai 12 Uhr aufrechterhalten. Lehnt ver.di die Bedingungen ab, kommt es zu einer Urabstimmung, in der entschieden wird, ob in den Arbeitskampf übergegangen wird.

Telekomsprecher Christian Schwolow sagte heute gegenüber saxxess.com, dass im Falle der Angebotsablehnung seitens ver.di, der Telekomvorstand über weitere Schritte abstimmen werde. Am 1. Juli sollen die drei rechtlich selbständigen Servicegesellschaften gegründet werden. Aufgrund der schwierigen Marktlage sehe sich die Telekom gezwungen, Neustrukturierungen vorzunehmen. Man hoffe, dass ver.di auf das deutlich verbesserte Angebot eingehe. Für den Notfall habe der Konzern einen Härtefallfond für eventuelle betriebsbedingte Kündigungen eingerichtet.

Die Deutsche Telekom will ab 1. Juli 2007 50.000 Mitarbeiter in drei Servicegesellschaften auslagern. Die Beschäftigen sollen dort bei längerer Arbeitszeit weniger Lohn erhalten. Im Gegenzug bietet der Konzern einen Kündigungsschutz bis 2011. Ver.di fordert im Tarifstreit unter anderem den Erhalt der bisherigen Arbeitsbedingungen der betroffenen Mitarbeiter und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

(27.04.2007 / Quelle: saxxess.com / ver.di / Deutsche Telekom / Bild: Deutsche Telekom)