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27.04.2007 - Bus- und Bahntickets per Handy kaufen: Pilotprojekt beginnt auch in Sachsen

Handy
"Das Pilotprojekt soll die Kundenakzeptanz für das neue Angebot testen und die notwendige Standardisierung im Bereich des Handy-Ticket-Verkaufs voranbringen", erläutert VDV-Präsident Günter Elste die Ziele des Vorhabens. Fahrgäste sind beim Fahrkartenkauf nicht an die Heimatregion gebunden, sondern können auch in allen anderen beteiligten Regionen Tickets erwerben. Elste weist darauf hin, dass insbesondere für auswärtige Besucher und Gelegenheitskunden damit die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wesentlich erleichtert wird. Zudem gehörten Kleingeldprobleme und Zeitdruck am Fahrkartenautomaten der Vergangenheit an.
Die technische Projektleitung hatte Siemens IT Solutions und Services inne, gemeinsam mit dem Tochterunternehmen HanseCom. Die Dresdner Forschergruppe "Ticketing" des Fraunhofer-Institutes für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) entwickelte eine spezielle Software, welche die unterschiedlichen Beförderungstarife und Fahrplanauskünfte einbindet. Die Zahlungsabwicklung will der Finanzdienstleister DVBLogPay übernehmen. "Durch das Zusammenwirken von Wissenschaft, Industrie sowie Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden ist eine Handyticket-Lösung entstanden, die nicht zuletzt durch ihre bundesweite Nutzbarkeit neue Maßstäbe setzt", so Dr. Torsten Gründel, Leiter der Forschungsgruppe "Ticketing" am IVI.
Fahrgäste, die das neue "HandyTicket"-System nutzen wollen, müssen sich über die Internetseite www.dashandyticket.de bei einem der beteiligten Verkehrsverbünde oder -unternehmen anmelden. Nach der Registrierung kann sich der Kunde per SMS ein kleines Java-Programm für das Mobiltelefon herunterladen und damit Fahrkarten für alle elf Tarifgebiete auswählen, bestellen und bezahlen. Das System überträgt daraufhin das Ticket auf das Handy. Bei einer Fahrkartenkontrolle zeigt der Kunde dem Prüfpersonal das gespeicherte Ticket, das jedoch nur in Verbindung mit einem weiteren, bei der Anmeldung zu wählenden Prüfmedium gültig ist, z. B. der EC-Karte, dem Personalausweis oder der eigenen Handynummer.
Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) wurde 1999 in Dresden gegründet und beschäftigt derzeit etwa 55 fest angestellte Mitarbeiter sowie 40 Hilfswissenschaftler und Praktikanten. Die Fraunhofer-Wissenschaftler streben interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf den Gebieten der Verkehrstelematik, Verkehrsökologie, Verkehrswirtschaft und Verkehrsplanung an. Das Institut arbeitet im Auftrag der Europäischen Union, deutscher Ministerien, Kommunen, Verwaltungsgemeinschaften sowie nationaler und internationaler Industriepartner, Verkehrsbetriebe und Systemhäuser.
(27.04.2007 / Quelle: saxxess.com / Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) / Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) / Bild: saxxess.com)



