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07.02.2007 - 8.000.000.000.000 Operationen pro Sekunde: TU Chemnitz weiht Hochleistungs-Linux-Cluster ein

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CHiC: Geballte Rechenleistung in Serverschränken

CHiC: Geballte Rechenleistung in Serverschränken
Er gehört zu den 100 schnellsten Computern der Welt - der neue Chemnitzer Hochleistungs-Linux-Cluster CHiC, der heute offiziell an die Nutzer der TU Chemnitz übergeben worden ist. Das Konzept stammt von Forschern der Professur Rechnerarchitektur unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Rehm. Insgesamt haben 24 Professoren aller Fakultäten den 2,64 Millionen Euro teuren und vom Freistaat Sachsen finanzierten Rechengiganten beantragt und nutzen ihn künftig für ihre Forschungsprojekte.

Bei der Einweihung des CHiC verwies Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange darauf, dass die Bereitstellung führender Hochleistungsrechentechnik eine wichtige Voraussetzung sei, damit die TU Chemnitz ihren erfolgreichen Weg als eine leistungsfähige Forschungs- und Bildungseinrichtung fortsetzen könne.

Das Innenleben des Supercomputers besteht aus 2.152 Rechenkernen, die auf 538 Serverknoten arbeiten. Sämtliche Komponenten sind durch das Hochgeschwindigkeitsnetzwerk "InfiniBand" verbunden. Diese Technik wurde zusammen mit zwölf Hochleistungsgrafikknoten von IBM Deutschland geliefert. Zum Hochleistungs-Linux-Cluster CHiC gehört auch ein 60-TeraByte Festplattenspeicher des Dresdner Unternehmens Xiranet Communications. Den Aufbau des Clusters übernahm die Chemnitzer MEGWARE Computer GmbH: In 18 Serverschränken wurden 700 Geräte verbaut, verbunden durch 4.900 Kabel mit einer Gesamtlänge von etwa acht Kilometern. Der Cluster wuchs so zu einem Schwergewicht von insgesamt 21,6 Tonnen heran.

Erste Tests des CHiC Anfang Januar ergaben bereits eine Rechenleistung von acht TeraFlops: In einer Sekunde sind mehr als 8.000.000.000.000 Operationen möglich. Frank Mietke, wissenschaftlicher Betreuer des CHiC-Projektes, geht sogar davon aus, dass das Ergebnis noch gesteigert werden kann: "Nur 520 der 538 Serverknoten waren bei unserem Test aktiv. Auch die Effizienz, die derzeit bei etwa 75 Prozent liegt, können wir sicher noch um etwa fünf Prozent erhöhen."

Zufrieden sind die Chemnitzer Forscher jetzt schon: "Mit der gemessenen Leistung würde sich unser CHiC auf dem zuletzt im November 2006 veröffentlichten Index der 500 schnellsten Rechner der Welt etwa auf Platz 82 einreihen", erläutert Prof. Dr. Wolfgang Rehm, Projektleiter und Sprecher des CHiC-Konsortiums an der TU Chemnitz. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher PC bietet aktuell etwa lediglich ein Tausendstel der Rechenleistung des Clusters.

Diese enormen Kapazitäten bedeuten für die Forschung innerhalb der Chemnitzer Universität große Vorteile. Das weiß auch Dr. Alexander Auer von der Juniorprofessur Theoretische Chemie: "Wenn ich Molekülstrukturen mit Berechnungen wirklich vorhersagen will, dann braucht eine ordentlich ausgestattete Workstation schon mal drei bis vier Monate. Mit dem CHiC wird das bald erheblich schneller gehen." Auch die Professur Konstruktionslehre der TU, die sich unter anderem mit der virtuellen Produktentwicklung beschäftigt, nutzt den neuen Linux-Cluster, beispielsweise für die Simulation zum Betriebsverhalten und zur Schadensprognose von Maschinen- und Fahrzeugkomponenten. So können Prototypen und Versuche an teuren Realteilen eingespart werden.


Die TU Chemnitz, an der zurzeit etwa 10.000 Studierende immatrikuliert sind, besitzt sieben Fakultäten. In Forschung und Lehre wird besonderer Wert auf Interdisziplinarität gelegt, so dass die Mathematik sowie die Ingenieur- und Naturwissenschaften eng mit den Wirtschaftswissenschaften wie auch den Geistes- und Sozialwissenschaften verknüpft sind.

(07.02.2007 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: TU Chemnitz: Torsten Mehlan)