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13.12.2007 - Trendwende in der Informatik?

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Informatiker sind heiß begehrt auf dem Arbeitsmarkt

Informatiker sind heiß begehrt auf dem Arbeitsmarkt
Wie das Statistische Bundesamt vorläufig mitteilte, immatrikulierten sich im Studienjahr 2007 30.300 Studienanfänger im Fachbereich Informatik an deutschen Hochschulen. Die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) sieht darin eine Trendwende begründet. GI-Präsident Matthias Jarke dazu: "Wir begrüßen, dass endlich die Trendwende geschafft zu sein scheint. Gut ausgebildete Informatikerinnen und Informatiker haben hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt, und dies wird bei entsprechender Schwerpunktsetzung im Studium auch so bleiben." Laut GI hatte nach dem Höhepunkt im Jahr 2000 mit rund 38.000 Studienanfängern in der Informatik die Zahl der Studienanfänger bis zum letzten Jahr auf zirka 29.100 abgenommen. Doch wie sieht es an sächsischen Hochschulen aus?

Auf Nachfrage von saxxess.com kann Silvia Kapplusch, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit an der TU Dresden/Fakultät Informatik, diesen Trend speziell für die Fakultät Informatik nicht bestätigen. Zwar lägen die Anfängerzahlen nach wie vor hoch, weil die IT-Branche immer noch Fachkräfte suche und damit gute berufliche Chance bestünden, dennoch seien die Immatrikulationen an der Fakultät Informatik der TU Dresden in den letzten beiden Jahren rückläufig. Begannen noch 2004 683 sowie 2005 749 junge Menschen ein Studium, waren es 2006 640 und 2007 nur noch 470 Studienanfänger.

Eine mögliche Ursache sieht Kapplusch darin, dass nun die geburtenschwachen Jahrgänge stärker zum Tragen kommen. Außerdem würde vor Studienbeginn vermehrt auf die hohen Anforderungen des Studiums hingewiesen, da es bundesweit eine sehr hohe Abbrecherquote in diesem Fachbereich gebe. Kapplusch weiter: "Wir haben in Dresden von einem Numerus clausus abgesehen, aber in den letzten Jahren verstärkt in den Informationsveranstaltungen und Materialien zum Studium auf diese hohen Anforderungen hingewiesen. Es nützt niemandem, ein Studium zu beginnen, welches man leistungsmäßig nicht schaffen kann." Kapplusch möchte diese Entwicklung jedoch nicht für die Wirtschaftsinformatik sowie andere informatiklastige Studiengänge, wie die Informationssystemtechnik, an anderen Fakultäten der Hochschule bestätigen, denn insgesamt hätten an der TU Dresden mehr Studienanfänger als im vergangenen Jahr begonnen.

Prof. Dr. Wolfram Hardt, Dekan der Fakultät für Informatik an der Technischen Universität Chemnitz, bestätigt zwar eine Erhöhung der Immatrikulationen an seiner Fakultät von 84 im Wintersemester 2006/07 auf 100 im aktuellen Semester. Dennoch lagen die Erstimmatrikulationen in der Vergangenheit höher. Mit Blick auf den Geburtenknick erwartet Hardt für das nächste Jahr weniger Immatrikulationen an der Informatik-Fakultät. Aber auch er bestätigt die guten Chancen der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Informatiker würden gesucht. Hinsichtlich der Absolventenquote ist dies verständlich, denn wie auch an anderen Hochschulen ist die Abbrecherquote recht hoch. Aktuell schließen nur rund 40 Prozent der Studierenden an der TU Chemnitz ihr Informatik-Studium tatsächlich ab.

An der Universität Leipzig ist laut Dr. Manuela Rutsatz, Pressesprecherin der Universität, ein leichter Aufwärtstrend im Fachbereich Informatik zu verzeichnen. Entschieden sich im Wintersemester 2006/07 nur 90 Studienanfänger für das Fach Informatik, waren es im aktuellen Jahr 2007/08 bereits 125. Man müsste jedoch bedenken, dass der Einbruch der Studentenanzahlen durch die Einführung des Bachelor- und Masterstudienganges samt Numerus clausus und der damit begrenzten Studienplatzanzahl in Verbindung stehen könnte. So entschieden sich im Jahr 2004/05 sowie 2005/06 210 bzw. 122 Studienanfänger für das Fach Informatik. Der Numerus clausus wurde außerdem in diesem Jahr nicht mehr gesetzt. Abschließend  möchte Rutsatz keine voreiligen Schlussfolgerungen ziehen, da bei der Entwicklung der Studentenzahlen verschiedene Aspekte eine Rolle spielen.


Die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 24.500 Mitgliedern nach eigenen Angaben die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Lehre und Forschung.

(13.12.2007 / Quelle: saxxess.com / Statistisches Bundesamt / Gesellschaft für Informatik e. V. / Universität Leipzig / Technische Universität Dresden / Technische Universität Chemnitz / Bild: saxxess.com)