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18.10.2007 - Gründerranking: Chemnitz-Erzgebirge ist gründerfreundlichste Region Ostdeutschlands

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Gründerranking 2007

Gründerranking 2007
Im bundesweit ersten Gründerranking belegt die Region Chemnitz-Erzgebirge Platz elf und nimmt damit die Spitzenposition in Ostdeutschland ein. Als Gründe für das gute Abschneiden nannten die Macher der Studie die erfolgreiche Industriegeschichte der Region sowie die technisch orientierten Forschungseinrichtungen wie die TU Chemnitz, die Bergakademie Freiberg oder die Hochschule Mittweida. Die detaillierte Regionalstudie zu Unternehmensgründungen vergleicht 97 Regionen in Deutschland an Hand ihrer Gründungsaktivitäten. Sie wurde im Auftrage der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) von der Leibniz Universität Hannover erstellt und gestern in Berlin vorgestellt. Auf Platz eins des Rankings landete die Region Hildesheim, gefolgt von Hamburg und der Region Bodensee.

Der Studie zufolge profitiert der Großraum Chemnitz nicht nur von seiner langen industriellen Tradition, sondern auch von den tendenziell etwas kleinteiligeren Branchen- und Betriebsstrukturen. Diese bedeuten für Chemnitz "ein zugleich höheres Maß an betrieblicher und unternehmerischer Vielfalt, bieten somit zahlreichere Alternativen und befördern in einem stärkeren Maße erfinderisches und unternehmerisches Denken", so die Studie. Ein weiterer Pluspunkt seien die Hochschulen mit ihren Schwerpunkten Informationstechnik, Softwareentwicklung, moderne Fertigungstechnologien sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. "Mit Blick auf die technologieorientierten Gründungen also bietet Chemnitz die sichtlich besseren Rahmenbedingungen. Auch die Entstehung eines innovativen Milieus ist vor diesem Hintergrund wahrscheinlicher", lautet die Einschätzung.

Unter den sächsischen Regionen belegte Westsachsen Rang 65, Südwestsachsen Platz 78 und Oberlausitz-Niederschlesien kam auf Rang 79. Die Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge, die auch Dresden einschließt, schnitt sogar noch schlechter ab und erreichte nur Platz 94. Sowohl in Südwestsachsen als auch im Großraum Dresden haben sich in höheren Maße Großkonzerne niedergelassen. Da diese relativ dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse mit tariflich geregelter Entlohnung bieten, verliere das "Wagnis Selbstständigkeit" dort an Attraktivität.

Die Unterschiede in der regionalen Gründeraktivität sind beträchtlich. Während Sieger Hildesheim 8,8 Neugründer pro 100 Erwachsene verzeichnet, sind es beim Schlusslicht, der Altmark (Sachsen-Anhalt) nur 0,4. Groß sind auch die regionalen Unterschiede in der Gründerdynamik: So überragen die Regionen mit der stärksten Gründerdynamik jene Regionen mit der schwächsten um das Dreifache. Auf Bundeslandebene zeigt sich ein West-Ost-Gefälle, das auf die unterschiedlichen Gründungsmotive und -einstellungen zurückzuführen ist. Demnach sind die Ostdeutschen pessimistischer bei der Bewertung ihres regionalen Gründungsumfeldes, würden häufiger aus Angst vor dem Scheitern eine Gründung unterlassen und haben tendenziell weniger Zutrauen in die eigenen Gründungsfähigkeiten als die Westdeutschen. Hessen, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen führen die gründerfreundlichen Bundesländer an. Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern bilden die Schlussgruppe.

"Überraschungssieger Hildesheim profitiert von seiner effizienten Gründerförderung", lobt INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer die vorbildliche Wirtschaftsförderung vor Ort. Die Gründer erhalten ein optimales Beratungs- und Betreuungskonzept und werden von einem Lotsen bei allen erforderlichen Behördenwegen unterstützt. "Hier kooperieren Banken, Ämter und Kammern so eng wie nirgendwo sonst in Deutschland. Diese Förderung aus einem Guss sollte in ganz Deutschland Schule machen", fordert Höfer.

Das Gründungsranking für 97 deutsche Regionen setzt sich aus folgenden Einzelindikatoren zusammen: Die Anzahl der Neugründungen wird gemessen am Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die entweder eine Gründung planen oder in den letzten dreieinhalb Jahren bereits gegründet haben. Die Gründungsqualität orientiert sich an der Motivation und misst den Anteil der Gründungen, die wegen der Nutzung einer Marktchance entstanden sind (und nicht aus einer wirtschaftlichen Notlage). Bei der Gründungsdynamik werden alle jungen Gründungen in Relation zu den bereits etablierten Unternehmen in der Region gesetzt. Zusammen ergibt das ein differenziertes Bild über die Gründungsaktivitäten jeder Region.

Alle Ergebnisse der Studie sowie das komplette Gründerranking aller untersuchten 97 Regionen finden Sie unter http://www.insm-gruenderranking.de/


Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft versteht sich als eine überparteiliche Reformbewegung von Bürgern, Unternehmen und Verbänden für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze in Deutschland.

(18.10.2007 / Quelle: saxxess.com / Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft / Bild: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft)