News-Archiv


16.10.2007 - Joint Venture von TU Dresden und Qimonda Dresden: NaMLab bezieht neues Gebäude

Vorherige Newsmeldung Nächste Newsmeldung
Das neue Forschungs- und Bürogebäude der NaMLab gGmbH in Dresden

Das neue Forschungs- und Bürogebäude der NaMLab gGmbH in Dresden
Nach elfmonatiger Bauzeit wurde gestern im Beisein von Bundesforschungsministerin Annette Schavan und des sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt das Forschungs- und Bürogebäude der NaMLab gGmbH in Dresden eröffnet. Die Nanoelectronic Materials Laboratory gemeinnützige GmbH ist ein Joint Venture zwischen dem Speicherchipunternehmen Qimonda Dresden und der TU Dresden, das im Juli 2006 gegründet wurde. Das neue Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe des Instituts für Halbleiter- und Mikrosystemtechnik auf dem Campus der TU. Es verfügt über vier Laborräume, einen 300 qm großen Reinraum sowie Büroplätze für insgesamt 27 Forscher und Mitarbeiter. Aufgabe des NaMLab ist die Erforschung und Erprobung von Materialien und Materialsystemen für die Nanoelektronik, speziell für die Verwendung in zukünftigen Speicherbausteinen.

NaMLab ist das deutschlandweit erste Unternehmen in Form einer gemeinnützigen Private Public Partnership, das aus einer direkten Beteiligung einer Technischen Universität mit einem Industrieunternehmen der Speicherchipbranche hervorgegangen ist. "Mit dem NaMLab erweitern wir unsere Forschungsaktivitäten in Dresden um die Grundlagenforschung zu neuen Materialien, einem Schlüsselbereich für zukünftige Speichertechnologien", sagte Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender der Qimonda AG. "Zugleich stärken wir mit diesem Joint Venture die Stellung von Dresden als eine der wichtigsten Forschungsstätten für Nanoelektronik. Es soll uns helfen, die besten Köpfe zu gewinnen. Wir unterstützen damit zugleich die universitäre Ausbildung von Studenten in der Mikro- und Nanoelektronik."

Der Bau des Forschungsgebäudes kostete fünf Millionen Euro und wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie mit Mitteln des EU-Strukturfonds gefördert. Im Rahmen der Einweihung wurde auch bekannt gegeben, dass die TU Dresden und das NaMLab innerhalb des Verbundforschungsprojektes KONDOR eng miteinander zusammenarbeiten wollen. Hierbei sollen Materialien und Prozesse für zukünftige nanoelektronische Datenspeicher mit höchster Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch erforscht werden. Qimonda und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) werden das Projekt unterstützen.

"Die Arbeiten zielen auf leistungsstarke und energiesparende Speicherchips, wie sie für zahlreiche Anwendungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie und auch in der Medizintechnik benötigt werden", sagte Bundesforschungsministerin Schavan in Dresden. "Von den Forschungen wird die kürzlich vom BMBF und der Industrie gestartete Innovationsallianz 'Molekulare Bildgebung' profitieren. Dabei geht es um die Entwicklung neuer Technologien und Medizingeräte, die dem Arzt sehr genaue Bilder aus dem Innern des Körpers liefern." Das BMBF unterstützt das Projekt KONDOR mit 7,4 Millionen Euro im Rahmen seines Forschungsprogramms IKT2020, das auf neue Innovationen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie ausgerichtet ist.

Das Verbundprojekt soll zugleich neue Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung eröffnen. NaMLab-Wissenschaftler werden sich an Vorlesungs- und Seminarprogrammen beteiligen und gemeinsam mit Diplomanden und Doktoranden forschen. Damit tragen sie auch zur Ausbildung dringend benötigter Wissenschaftler und Fachkräfte bei, um den Halbleiter-Standort Deutschland zu sichern. Wie der Rektor der TU Dresden Professor Hermann Kokenge festhielt, bietet diese enge Zusammenarbeit den Studenten und Wissenschaftlern der TU optimale Ausbildungs- und Forschungsbedingungen: "Damit zeigen wir einmal mehr, auf welch hohem Niveau hier Wissenstransfer möglich ist."


Die Qimonda AG ist Anbieter von Speicherprodukten mit einem breiten DRAM-Produktportfolio. Das Unternehmen verfügt weltweit über rund 13.000 Mitarbeiter, kann auf fünf 300-mm-Fertigungsstätten auf drei Kontinenten zugreifen und betreibt sechs Forschungseinrichtungen, wobei Dresden das unternehmensweit führende Forschungs- und Entwicklungszentrum ist. Am Standort Dresden sind zurzeit etwa 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. Qimonda bietet DRAM-Produkte für eine Vielzahl von Anwendungen wie Computing, Infrastruktur, Grafik, Mobil und Consumer.

Die Technische Universität Dresden ist mit ca. 35.000 Studierenden die größte Hochschule Sachsens. Mit insgesamt 14 Fakultäten versteht sie sich als Volluniversität, die über ein breites wissenschaftliches Spektrum verfügt. Die TUD setzt verstärkt auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Fachrichtungen: So hat sie in Vorbereitung der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern entsprechende Profillinien definiert, um vorhandene Kompetenzen noch effektiver zu bündeln. In der ersten Runde der Exzellenzinitiative bekam die TU Dresden ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule bewilligt.

(16.10.2007 / Quelle: saxxess.com / Qimonda AG / NaMLab gGmbH / Bild: NaMLab gGmbH)