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31.05.2007 - Raffael in Pixeln: Gemäldegalerie Alte Meister mit eigener Insel in Second Life

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Avatare in der virtuellen Gemäldegalerie

Avatare in der virtuellen Gemäldegalerie
Die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hat gestern eine Dependance in der virtuellen Welt von Second Life eröffnet. Dreidimensional und maßstabsgetreu sind die prächtigen Räume des Museums nachgebaut, alle 750 ausgestellten Meisterwerke werden präsentiert. Die Second-Life-Figuren, die so genannten Avatare, können die Kunstwerke in Echtzeit anschauen, mit den anderen Besuchern kommunizieren, Informationen zu den Gemälden abrufen und an Veranstaltungen der Kunstvermittlung teilnehmen. Außerdem sind sie angehalten, ihre Eindrücke im Gästebuch zu notieren.

Der virtuelle Klon der Gemäldegalerie Alte Meister steht auf der Insel "Dresden Gallery", die mehr als 300.000 Quadratmeter umfasst. Dort ist der komplette Zwinger errichtet, in dem unter anderem auch die Gemäldegalerie untergebracht ist. Sechs Designer waren drei Wochen damit beschäftigt, das Architekturensemble virtuell nachzubauen, so die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Das gesamte Kunstmuseum ist zu sehen: Foyer, Treppenhäuser, alle 54 Säle und Kabinette, sämtliche Gemälde, Pastelle und Gobelins.

Nach eigener Aussage ist die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister das erste Museum von internationalem Format, das sich auch in der virtuellen Welt eins zu eins präsentiert. Dr. Andreas Henning, Projektleiter und Konservator für italienische Malerei erläutert die Besonderheit des Projektes: "Dem Experiment liegt die Arbeitshypothese zugrunde, dass sich über das neue dreidimensionale Web erstmals zwei Schlüsselerlebnisse eines Museumsbesuchs transportieren lassen: Raum und Interaktion." Das Betrachten eines Kunstwerks aus der Ferne, die schrittweise Annäherung, dann das Fokussieren von Details und schließlich der Vergleich mit anderen Kunstwerken im Raum - all das ist nun auch virtuell möglich. Und der Kontakt zu anderen Besuchern ist in Second Life ebenfalls erlebbar.

Das Projekt, das vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden wissenschaftlich begleitet wird, will zu kritischer Auseinandersetzung und zu kontroversen Debatten anregen. Gleichzeitig sollen die Avatare auch im realen Leben in die Gemäldegalerie gelockt werden.


Auf der Homepage www.dresdengallery.com kann man einen Link finden, mit dem sich die Community von Second Life direkt zum Museum beamen lassen kann.

(31.05.2007 / Quelle: saxxess.com / Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Bild: Staatliche Kunstsammlungen Dresden)