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11.05.2007 - 200 sächsische Telekombeschäftigte schließen sich bundesweiten Streiks an

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Gebäude Telekom-Hauptsitz

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Nachdem sich gestern 96,5 Prozent der zur Urabstimmung aufgerufenen Telekom-Mitarbeiter für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen haben, will die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Druck nun erhöhen. Seit heute sind bundesweit mehr als 10.000 Beschäftigte zum Streik aufgerufen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat die Gewerkschaft 500 Telekommitarbeiter zur Teilnahme am Arbeitskampf aufgefordert.

Wie Enrico Zemke, Gewerkschaftssekretär bei ver.di, auf Anfrage von saxxess.com mitteilte, streiken in Chemnitz und Dresden seit heute früh 6 Uhr 200 Telekombeschäftigte. Er kritisiert, dass die Mitarbeiter Lohnkürzungen bei längerer Arbeitszeit hinnehmen sollen, während an die Telekomaktionäre insgesamt 3,3 Milliarden Dividende ausgeschüttet werden. Zudem könne die Telekom mit der Auslagerung der Mitarbeiter ihren Service nicht optimieren. Der Konzern müsse vielmehr seine nicht ausreichend funktionierenden EDV-Systeme sanieren und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Abteilungen verbessern, so Zemke weiter.

Telekom-Chef René Obermann bedauerte die jetzige Entwicklung: "Ein Streik schadet nur unseren Kunden. Er nutzt nur unseren Wettbewerbern." Wie Karl-Gerhard Eick, Verhandlungsführer der Telekom, betonte, wolle das Unternehmen nach wie vor die Einigung mit ver.di. Allerdings führe man parallel die Umsetzung der Reformpläne zum 1. Juli durch. Der Übergang der Mitarbeiter in andere bestehende ver.di-Tarifverträge des Konzerns werde derzeit vorbereitet. Der Konzern prüfe zudem die Option des Verkaufs von Teilbereichen der Service-Gesellschaften. Um Verzögerungen für ihre Kunden zu verhindern, will die Telekom für die Dauer des Streiks Zeitarbeitskräfte einsetzen und Arbeitszeitkonten nutzen.


Die Deutsche Telekom will ab 1. Juli 2007 50.000 Mitarbeiter in drei Servicegesellschaften auslagern. Die Beschäftigen sollen dort bei mindestens 4 Stunden längerer Wochenarbeitszeit 9 Prozent weniger Lohn erhalten. Im Gegenzug bietet der Konzern einen Kündigungsschutz bis 2011. Ver.di fordert im Tarifstreit unter anderem den Erhalt der bisherigen Arbeitsbedingungen der betroffenen Mitarbeiter und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

(11.05.2007 / Quelle: saxxess.com / ver.di / Deutsche Telekom AG / Bild: Deutsche Telekom AG)