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11.05.2007 - Gefälschte Mails warnen vor Löschung aus Google-Index

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Sächsische Unternehmer mit eigener Website dürften dieser Tage nicht schlecht staunen, wenn sie ihre E-Mails lesen. Denn Unbekannte verschicken derzeit zahlreiche Nachrichten, die vorgeben, vom Suchmaschinenbetreiber Google zu stammen. Inhalt des Schreibens: Aufgrund von angeblich angewandten Techniken, die gegen die Richtlinien Googles verstoßen, würde die Website des Adressaten für mindestens 30 Tage aus dem Index entfernt. Für Unternehmen hätte dieser Umstand durchaus ernste Folgen. Vor allem jene, die aktiv E-Business - etwa mittels eines Onlineshops - betreiben, könnten nach einer Löschung aus dem Index erhebliche Umsatzeinbußen erleiden.

Im Oktober vergangenen Jahres passierte genau das der Leipziger Messe GmbH. Etwa 20.000 Webseiten wurden aus Google entfernt, weil die Messegesellschaft nach Aussage des Suchmaschinenbetreibers verbotene Weiterleitungsseiten einsetzte - ein klarer Verstoß der Richtlinien zur Aufnahme in die Suche. Innerhalb weniger Tage war das Problem gelöst und die Leipziger Messe wieder bei Google gelistet.

Umso erstaunter war Veiko Lange, Leiter der Online-Kommunikation, am gestrigen Donnerstag, als er eine der oben genannten Mails erhielt. Die E-Mail wirkte auf den ersten Blick authentisch und enthielt nahezu den gleichen Wortlaut der Nachricht, die Google in echten Fällen verschickt. "Das weckte gleich unschöne Erinnerungen, wirklich glauben konnten wir es aber nicht", so Lange. Nach kurzer Recherche im Internet und genauerer Untersuchung der Mail stand schnell fest: "Diese Mail ist eine Fälschung." Bestätigt wurde Lange, als eine zweite solche E-Mail eintraf, die einen Anhang enthielt. In einem ZIP-Archiv war eine exe-Datei von nur wenigen Bytes Größe enthalten. Diese allerdings war ungefährlich. Der dort enthaltene Befehl "cmd.exe c\:clear complete harddisc" ist nicht korrekt und würde bei einem Aufruf nichts bewirken.

Was die Absender der E-Mails, die aus verschiedenen europäischen Ländern versandt wurden, bewirken wollen, ist nicht klar. In der Vergangenheit versuchten Betrüger immer wieder, sich durch fingierte Nachrichten mit Viren-Anhängen Zugang zu vertraulichen Daten auf dem Rechner des Besitzers zu verschaffen. Die aktuelle E-Mail dagegen ist harmlos. Veiko Lange vermutet dahinter das Werk von Google-Kritikern. "Der Fakt, dass Google eine ähnliche automatisch generierte Nachricht verschickt, ohne dass man die Möglichkeit hat, darauf zu antworten, musste früher oder später Trittbrettfahrer auf den Plan rufen. Ich nehme an, die Versender wollen nur zeigen, wie leicht man mit solchen Mails eine aufgebaute Seriosität ausnutzen kann."

Allerdings warnen Internetexperten nach wie vor zur Vorsicht. Die Aussendungen könnten nur eine erste Welle gewesen und die nächsten Mails mit Viren verseucht sein. Ein Erkennungsmerkmal für die gefälschten Nachrichten ist die Absenderadresse noreply@gmail.com, die den Google-eigenen Maildienst nutzt. Echte Mails des Anbieters würden eine Absenderadresse von google.com benutzen.

(11.05.2007 / Quelle: saxxess.com / Bild: Google)