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11.05.2007 - Second Life: Flucht vor der Realität in eine virtuelle Welt?

Avatare in Second Life
Gegenstand der Interviews waren Fragen wie: "Flüchten die Menschen in die virtuelle Welt, weil sie von ihrem realen Leben gelangweilt sind?" oder "Was tun sie in dieser digitalen Online-Welt?"
Die von den Studenten der HHL interviewten Avatare nannten vielfältige Motivationsgründe für die Teilnahme. Ein Großteil der Befragten gab an, mit Menschen aus aller Welt kommunizieren zu wollen. Die eigene Kreativität ausleben zu können, spielt zudem eine wichtige Rolle. Einige Second-Life-Bewohner gestanden, aus ihrem realen Leben in eine fazinierende "Parallelwelt" entfliehen zu wollen. Ein kleinerer Teil der Nutzer möchten in der Online-Welt Geld verdienen.
Zirka 19 Prozent der Befragten stellen sich in Second Life so dar, wie es ihren Träumen und Wünschen entspricht. Ein noch größerer Anteil gab an, sich als Phantasiefigur sowie als völlig gegensätzliche und skurrile Figur zur eigenen Person zu präsentieren. Annähernd 30 Prozent der Nutzer, deren Durchschnittsalter bei 29 Jahren liegt, verbringen mehr als 20 Stunden pro Woche in der virtuellen Welt Second Life, so die HHL. Insgesamt 78 Prozent der Interviews konnten mit ausländischen Avataren aus 20 verschiedenen Ländern geführt werden.
Die Leipziger Studenten gehen davon aus, dass mit der verbesserten Funktionalität des Systems sowie gestiegenen technischen Vorraussetzungen bei den Nutzern die Anzahl an Second-Life-Bewohnern drastisch zunehmen wird. Laut der aktuellen Studie sind 67 Prozent der Befragten zufrieden oder gar sehr zufrieden mit Second Life. Zudem investieren namhafte Unternehmen bereits heute weit über 100.000 Euro, um ihren Auftritt in der virtuellen Welt zu kreieren. Zirka ein Fünftel der befragten Personen gab an, bisher noch nicht die durch reales Geld zu erwerbende virtuelle Währung "Linden Dollars" ausgegeben zu haben, wobei die Studenten der HHL mit einer erheblichen Zunahme des Handels innerhalb der Online-Welt rechnen.
Die HHL will nun die gewonnen Daten weiter aufbereiten, um tiefer ins Detail gehen zu können. So sollen beispielsweise die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Frauen und Männern näher untersucht werden. Zudem will man die Frage klären, ob Second Life zu einer ernst zu nehmenden Parallelwelt avanciert oder ob das Ganze lediglich eine temporäre Modeerscheinung ist.
Die HHL - Leipzig Graduate School of Management wurde 1992 als erste private Universität Ostdeutschlands gegründet und zählt heute zu den führenden privaten Business Schools im deutschsprachigen Raum. Sie kann jedoch schon auf eine über 100-jährige Tradition verweisen, denn die Handelshochschule Leipzig (HHL) geht auf das Jahr 1898 zurück und ist Deutschlands älteste betriebswirtschaftliche Hochschule. Die HHL - Leipzig Graduate School of Management gehört zu den wenigen privaten wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland, die über Promotions- und Habilitationsrecht verfügen.
(11.05.2007 / Quelle: saxxess.com / HHL - Leipzig Graduate School of Management / Bild: HHL - Leipzig Graduate School of Management)



