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07.03.2007 - TU Chemnitz auf der CeBIT: Aktuelle Forschungsergebnisse und RoboKing-Finale
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Moderne, vernetzte Haus- und Industrieanlagen können viele unterschiedliche Funkkanäle verbinden. Im so genannten "Smart-Home", dem vollständig vernetzten Haus, kommunizieren bereits alle elektronischen Geräte miteinander über drahtgebundene Netzwerke. Drahtlose Geräte werden von verschiedenen Herstellern für unterschiedliche Funkstandards angeboten. Jedoch konnten bisher nur Geräte gleichen Standards integriert werden.
Diesem Problem hat sich das Forscherteam um Prof. Dr. Wolfram Hardt von der Professur Technische Informatik der TU Chemnitz gewidmet und einheitliche Schnittstellenlösungen für drahtlos kommunizierende Geräte entwickelt. "Unterschiedliche Funkstandards werden lediglich über eine Software integriert. Daten können nun effizient und transparent übertragen werden. Geräte aller Hersteller sind so relativ einfach kombinierbar", erläutert Prof. Hardt.
Ihre neue Lösung zeigen die Informatiker auf der CeBIT 2007 am Beispiel einer Logistik-Anwendung: Sie demonstrieren einen vollautomatisierten Transportprozess mit integrierter Warenverwaltung. Alle im Prozess relevanten Informationen werden drahtlos übermittelt. Vier verschiedene Funkstandards kommen zum Einsatz: An einer Ladestation eintreffende Packstücke werden mit Hilfe moderner RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) identifiziert. Diese Information wird automatisch über einen Bluetooth-Kommunikationskanal an ein zentrales Managementsystem übermittelt. Dort wird der nächste Prozessschritt bestimmt und anhand der Statusinformationen ein Auftrag über einen WLAN-Kanal an einen Serviceroboter geschickt. Weitere Standards wie GSM oder ZigBee werden ebenfalls problemlos einbezogen, so die Forscher. Laut Prof. Hardt könne mit der Neuentwicklung beispielsweise im Logistikprozess viel Zeit gespart werden.
Ein weiteres Team der TU Chemnitz präsentiert sich am Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Halle 9, Stand A40). Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Egon Müller, Inhaber der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb, entwickelten eine Methode zur Modellierung von Kommunikations- und Koordinationsprozessen in Netzwerken kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU). Am Beispiel konkreter Unternehmensnetzwerke analysierten sie die Kommunikationsbeziehungen zwischen verschiedenen Akteuren. "Wie Detektive haben wir ganz genau hingeschaut und hingehört und konnten den Netzwerkmanagern aufzeigen, wo sich Schwachstellen auf der Kommunikationsebene befinden", berichtet Mitarbeiter Heiko Baum. Auf diese Weise sei es erstmals gelungen, derartige Prozesse grafisch darzustellen. Ziel des Projektes ist es, KMU-Netzwerke dabei zu unterstützen, Lösungen für eine bessere Zusammenarbeit zu erarbeiten, so die Forscher.
Schließlich findet auf der CeBIT auch das Finale des Schülerwettbewerbs RoboKing statt, der von der TU Chemnitz initiiert wird: Vom 15. bis 18. März 2007 werden 16 Teams aus Deutschland und der Schweiz mit ihren selbst gebauten und programmierten Robotern gegeneinander antreten. Die Aufgabe in diesem Jahr: Die Roboter müssen die Folgen eines Steinschlags beseitigen. Das RoboKing-Finale können CeBIT-Besucher in Halle 19 am Stand B35 verfolgen.
Die TU Chemnitz, an der zurzeit etwa 10.000 Studierende immatrikuliert sind, besitzt sieben Fakultäten. In Forschung und Lehre wird besonderer Wert auf Interdisziplinarität gelegt, so dass die Mathematik sowie die Ingenieur- und Naturwissenschaften eng mit den Wirtschaftswissenschaften wie auch den Geistes- und Sozialwissenschaften verknüpft sind.
(07.03.2007 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: TU Chemnitz)



