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07.12.2006 - Ohne Gips und Zeichenstift - Software beeindruckt Archäologen

Christian Hörr, Mitarbeiter TU Chemnitz, stellt am Computer ein archäologisches Fundstück dreidimensional dar.
Die gemeinsam mit dem Landesamt für Archäologie erstellte Dokumentationssoftware "TroveSketch" ermöglicht es, Fundstücke detailgetreu abzubilden und in einer Datenbank abzulegen. Der Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Zeichnen und Vermessen liegt vor allem in der schnellen und detailgetreuen Erfassung der Gegenstände.
Mithilfe von 3D-Laserscannern werden die Fundstücke in Farbe digitalisiert, anschließend virtuell vermessen und in einer Datenbank
abgelegt. Das Demonstrieren von Oberflächeneigenschaften, Bruchkanten und Farbinformationen ist ohne großen Zeitaufwand möglich. "Ähnlich wie eine Weltkarte den Globus im Zweidimensionalen abbildet, kann ein Gefäß virtuell abgerollt werden, so dass eine Komplettansicht möglich ist", erklärt David Brunner von der Professur für Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung der TU Chemnitz. Der Datenexport im EPS- bzw. TIFF-Format erlaubt zudem die Weiterverarbeitung mit kommerzieller Software.
Auch für die Rekonstruktion von unvollständigen Gefäßen oder Scherben haben die Chemnitzer Informatiker eine Lösung erarbeitet. "Vessel Reconstructor" erzeugt eine virtuelle Rekonstruktion. "Dadurch ist der optische Eindruck des Gefäßes wesentlich besser und es kommt womöglich erst dadurch für eine Abbildung in einer Fachpublikation in Frage", erklärt Softwareentwickler Christian Hörr. Weiterer Vorteil: Scherben nehmen im Fundarchiv wesentlich weniger Platz in Anspruch als komplett restaurierte Gefäße.
Bereits Ende Oktober präsentierte die Projektgruppe der TU Chemnitz ihren Prototypen auf der Messe "denkmal 2006" in Leipzig und stieß auf großes Interesse. Anfang des Jahres 2007 soll das Softwarepaket publiziert werden.
Die TU Chemnitz, an der zur Zeit etwa 10.000 Studierende immatrikuliert sind, besitzt sieben Fakultäten. In Forschung und Lehre wird besonderer Wert auf Interdisziplinarität gelegt, so dass die Mathematik sowie die Ingenieur- und Naturwissenschaften eng mit den Wirtschaftswissenschaften wie auch den Geistes- und Sozialwissenschaften verknüpft sind.
(07.12.2006 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: Tu Chemnitz)



