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06.10.2006 - Chemnitzer Forscher entwickeln flexiblen Systementwurf für zentrale Sensordatenverarbeitung im Auto

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Projektleiter Daniel Kirsten (l.) und Thilo Leibelt testen an einem Modellauto unterschiedliche Sensoreinstellungen
Nicht nur im Automobilbereich sondern auch in anderen Branchen steigt die Zahl der Steuergeräte mit fortschreitender Entwicklung und führt zu komplexen Gesamtsystemen, in denen sich die Datenkommunikation schwierig gestaltet. Doch bisher fehlt Herstellern von Steuer- und Sensortechnik eine universell einsetzbare Steuerplattform mit standardisierten Schnittstellen zur zentralen Sensordatenverarbeitung. Eine Nachwuchsforschergruppe der Professur Schaltkreis- und Systementwurf an der TU Chemnitz hat sich nun dieses Problems angenommen.

Im Rahmen der Innovationsinitiative "Unternehmen Region" Teilprogramm "InnoProfile" arbeitet das siebenköpfige, junge Forscherteam um Prof. Dr. Ulrich Heinkel seit April an der Entwicklung einer generalisierten Plattform für die Sensordatenverarbeitung und möchte damit auch regionalen Unternehmen zu einem Entwicklungsvorsprung und einer längerfristigen Marktsicherheit verhelfen. Gefördert wird das Forschungsprojekt bis zum Jahr 2011 mit einer Gesamtsumme von 2,1 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

"Die Entwicklung eines flexiblen Systementwurfs stellt eine große Herausforderung an unser Team dar", so Projektleiter Daniel Kriesten. "Wir arbeiten vorrangig mit Firmen im Automobilsektor zusammen. Wenn man bedenkt, dass in Modellen der aktuellen Fahrzeuggeneration etwa 80 Steuergeräte z. B. für die Einparkhilfe, Abstandsmessung oder die automatische Einschaltung des Lichts zum Einsatz kommen, dann wird deutlich, dass Probleme hier nicht ausbleiben. So sind die verschiedenen Steuergeräte oftmals nicht aufeinander abgestimmt und erfüllen Doppelfunktionen. Zudem können bestehende Systeme nur mit großem Entwicklungsaufwand erweitert oder ersetzt werden." Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, eine Plattform mit flexiblen Schnittstellen zu schaffen, um auch bereits vorhandene Sensoren anbinden zu können, ohne dass ein kostenintensives Redesign erforderlich wird.

Daher wollen die Forscher neben den bekannten Schnittstellen wie CAN-Bus, MOST oder FlexRay auch weitere standardisierte drahtlose (UMTS, Bluetooth) und drahtgebundene Übertragungsverfahren (z.B. USB, Firewire) in die generalisierte Plattform einbinden. "Zukünftig werden die Sensordaten quasi in einer Blackbox zentral gesammelt und für die Auswertung zur Verfügung gestellt. Eine flexible Architektur des Steuergerätes spart nicht nur enorme Herstellungs-, Entwicklungs- und Wartungskosten beim Automobil, sondern bietet auch ein breites Anwendungsfeld für andere Industriezweige...", erläutert Informationstechniker Kriesten. Maßgeblich unterstützt werden die sieben Nachwuchsforscher von acht regionalen KMU, durch die Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) und durch den Verein für Angewandte Mikroelektronik Chemnitz (AMEC).


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung baute im Juni 2005 seine Innovationsinitiative "Unternehmen Region" mit "InnoProfile" weiter aus. Dieses Förderprogramm stellt bis zum Jahr 2012 rund 150 Millionen Euro für technologie- und branchenspezifische Zusammenarbeit zwischen Nachwuchsforschergruppen und Unternehmen vor Ort in Ostdeutschland bereit. In vier aufeinander folgenden Jahren sollen pro Jahr mindestens zehn neue Projekte gefördert werden, welche die Innovationsfähigkeit der ostdeutschen Regionen durch die Kooperation von regionaler Nachwuchsförderung und regionalen wirtschaftlichen Kompetenzträgern stärkt. Aus insgesamt 109 Bewerbungen wurden 18 für die erste von vier Förderungsrunden ausgewählt. Die TU Chemnitz erhielt dabei für vier eingereichte Projekte eine Förderungszusage und führt damit die Tabelle an.

(06.10.2006 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: Anja Hesse Grunert/PRpetuum Leipzig)