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28.07.2006 - Informatiker der TU Dresden sind Weltmeister

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Bei der Weltmeisterschaft traten Computer bei verschiedenen Spielen (z. B. Dame oder Schach) gegeneinander an. Die Spiele selbst und die Spielregeln waren den Computern nicht bekannt und wurden ihnen erst kurz vor Beginn "mitgeteilt". Die Herausforderung für die Computer bestand darin, in kurzer Zeit eine eigenständige Strategie zu entwickeln. Universelle Spielprogramme müssen selbständig denken und handeln können.
Dieses Jahr feiert die Forschung zur Künstlichen Intelligenz ihr 50. Jubiläum und ist immer noch weit davon entfernt, Maschinen mit umfassender Intelligenz zu bauen. Ein Schachcomputer, der in einem so komplexen Spiel gegen den Menschen bestehen kann, ist trotz allem nur auf ein einziges Spiel spezialisiert. Mit universellen Spielen (General Game Playing) wurde ein neues Forschungsgebiet geöffnet, mit dem Ziel, Computerprogramme zu entwerfen und selbständig neue Spiele erlernen. Damit beweist das General Game Playing eine höhere und allgemeinere Intelligenz.
Mit einer solchen wurde der Computer der Dresdner Informatiker Weltmerister. Der Computer bekommt 5 bis 10 Minuten Zeit, um die Regeln des jeweiligen Spiels zu analysieren und ohne menschliche Hilfe eine gewinnbringende Strategie für das Spiel zu erlernen. Danach treten die Computer gegeneinander an. Das Programm der TU Dresden war in der Lage, festzustellen, um welches Brettspiel es sich handelt, welche Figuren beteiligt sind und welche Möglichkeiten zur Bewegung der Figuren bestehen. Es konnte erkennen, wie weit verschiedene Positionen von einem Gewinn entfernt waren.
Universelle Spielprogramme können auch anderweitig eingesetzt werden. So können Wirtschaftsprozesse "durchgespielt" werden und auf Verhandlungen und Preisgestaltungen eingegangen werden. Vielleicht verhilft das Dresdner Programm ja bald auch der sächsischen Wirtschaft zum Weltmeistertitel.
(28.07.2006 / Quelle: saxxess.com / TU Dresden / Bild: TU Dresden)



