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20.07.2006 - TU Dresden unterstützt Aufbau von weltweitem Computernetzwerk zur Analyse von Chemikalien

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TU Dresden
Das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) arbeitet gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden an dem Projekt CHEMOMENTUM, das aufgrund einer neuen EU-Chemikalienverordnung (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals-Richtlinie REACH) entstanden ist. Computer und Daten von 30.000 chemische Substanzen, die überall auf der Welt verteilt sind, werden durch ein so genanntes GRID-Computing zu einer virtuellen Einheit verbunden. Der Begriff Grid-Computing bezeichnet Methoden, die die Rechenleistung vieler Computer innerhalb eines virtuellen Netzwerks so zusammenzufassen, dass über den reinen Datenaustausch hinaus die (zeitlich parallele) Lösung von rechenintensiven Problemen ermöglicht wird.

Mit dieser Methode sollen mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken der Chemikalien festgestellt und dokumentiert werden. Durch neueste Erkenntnisse ist es möglich, die Experimente vom Labor auf den Computer zu übertragen. Da bisherige Berechnungen von Chemikalien extrem zeitaufwendig sind, soll das von den Dresdner Informatikern geplante GRID-Netzwerk die Leistungen von beteiligten Computern zusammenfügen. Dadurch erhöht sich die Effizienz und reduziert sich der Zeitaufwand erheblich.

Das ZHI wird Software zum Management der verteilten Datenmenge entwickeln und seine Rechner-Ressourcen in das CHEMOMENTUM-Projekt einbringen. Zusammen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft will man die Kosten der Studien zur REACH-Richtlinie, die vermutlich mehrere Milliarden Euro betragen, um ein vielfaches senken. Neben Deutschland sind auch Estland, Frankreich, Italien, Nordirland, Polen und die Schweiz an dem Projekt beteiligt.

Auch die Behörden sollen von dem Projekt profitieren. Um die Experimente zu überprüfen, steht ihnen eine Wissensdatenbank zur Verfügung, mit deren Hilfe sie Informationen über bestimmte Chemikalien erhalten können. Außerdem ist geplant, sowohl Experimente als auch Methoden der wissenschaftlichen Substanzanalyse in einem Verzeichnis anzulegen. Dadurch können Ergebnisse der Untersuchungen von den Behörden entsprechend bewertet werden.

Die EU fördert das Projekt CHEMOMENTUM mit insgesamt 2,6 Millionen Euro.

(20.07.2006 / Quelle: saxxess.com / TU Dresden / Bild: TU Dresden)