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23.05.2006 - Chemnitzer Informatiker entwickeln eine virtuelle Schuhpräsentation

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Schuhe in der 3D-Welt: Prof. Dr. Guido Brunnett hält eine Schuhattrappe in der Hand, deren Sensoren Bewegungen auf das virtuelle Schuhmodell übertragen.
Die Musterproduktion eines Schuhmodells ist zeit- und kostenintensiv. Daher hat es sich seit August 2005 ein Forscherteam um Prof. Dr. Brunnett, Professor für Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung an der TU Chemnitz, zur Aufgabe gemacht, das Design eines Schuhs über eine virtuelle Präsentation zu perfektionieren. Prof. Brunnetts Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit über die AIF gefördert. In Zukunft soll es helfen, Industrie und Handel enorme Zeit und Kosten bei der Musterproduktion von Schuhen zu sparen.

Zahlreiche Arbeitsschritte sind notwendig, bis der erste Schuh dem Handel vorgestellt werden kann. So müssen nach dem Entwurf Modelle in großer Zahl entwickelt und Materialien geordert werden. "Dann werden die einzelnen Komponenten zusammengestellt und verschiedene Ausführungen angefertigt", erklärt Diplom-Mathematiker Horst Wagner. Insgesamt dauert die Entwicklung einer Kollektion etwa fünf Monate. Zwar arbeiten Unternehmen schon jetzt mit CAD-Systemen, die eine 3D-Darstellung eines Schuhmodells ermöglichen, dabei handelt es sich aber nicht um die komplette Darstellung aller Komponenten. Außerdem ziehen Designer es immer noch vor, einen Musterschuh mit der eigenen Hand zu prüfen.

Das Forscherteam um Prof. Dr. Brunnett hat ein 3D-System entwickelt, das einzelne Komponenten zu einem virtuellen Schuhmodell zusammenfügt. Von der Idee über den Entwurf bis hin zur Fertigungsvorbereitung kann alles über die visuelle Präsentation dargestellt werden. "Zudem ermöglicht das System, dass der Betrachter seinen Standpunkt, seine Blickrichtung als auch die Position des virtuellen Schuhs beliebig verändern kann", erläutert Diplom-Informatiker Stephan Rusdorf. Eine Attrappe mit Bewegungssensoren erlaubt die Interaktion zwischen Betrachter und virtueller Präsentation. Farben, Absätze usw. können anhand der virtuellen Repräsentation des Schuhs sofort beurteilt werden.

Die Herstellung von Musterstücken wäre somit überflüssig. "Die Modelleure und Designer können sich virtuell austoben, die Modelle anhand der Repräsentation beurteilen und dann entscheiden, was wirklich in die Fertigung gehen soll", so Prof. Brunnett. In Zukunft soll das Projekt auch bei der Herstellung orthopädischer Schuhe Anwendung finden.

(23.05.2006 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: TU Chemnitz)