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06.12.2005 - "Chirurgischer Workflow" revolutioniert computer- und robotergestützte Chirurgie an der Uni Leipzig

Software zur Erstellung des 3-D-Modells
Das Alleinstellungsmerkmal des Interdisziplinären Zentrums für Computergestützte Chirurgie ist das Workflow-System. Im Operationssaal erfasst ein Beobachter jeden einzelnen Handgriff des Chirurgen als Teil des Operationsprozesses, um daraus chirurgische Standards abzuleiten. Die gewonnenen Daten werden von Informatikern verarbeitet und in die Entwicklung innovativer Softwarewerkzeuge eingebracht. Damit ist das bisherige Verfahren auf den Kopf gestellt: Nicht mehr computergestützte Technik wird angeboten, die der Chirurg nutzen kann oder nicht, sondern das, was der Chirurg tut, ist das Maß der Dinge. Seine Arbeit ist die Grundlage für die Entwicklung technischer Systeme. Entwickelt wird also nur das, was gebraucht wird. Teure Fehlentwicklungen könnten so vermieden und Zeit gespart werden.
Das sehen auch Wissenschaftler der Georgetown University Washington so, die das in Leipzig entwickelte Workflow-System übernommen haben, um davon ausgehend ihre Arbeit an Radiologie-Technik von vornherein anwendungsbezogener anzulegen. "Wir denken, damit die Grundlage für eine erfolgreiche Kooperation gelegt zu haben, von der beide Partner profitieren können.", erklärt Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Sprecher von ICCAS, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Leipzig und Dekan der Medizinischen Fakultät.
Die offizielle Einweihung des interdisziplinären Zentrums, zu der Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft anwesend sein werden, ist verbunden mit einem internationalen wissenschaftlichen Workshop, der den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Entwicklung auf dem Gebiet der computer- und robotergestützten Chirurgie reflektiert. Der Workshop beginnt am 12.12.2005 um 14.00 Uhr und findet im Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum, am Deutschen Platz 5, statt.
Das an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig angesiedelte Interdisziplinäre Zentrum für Computer- und Robotergestützte Chirurgie (ICCAS) ist eines der sechs Zentren für Innovationskompetenz, die vom BMBF in den neuen Bundesländern gefördert werden. ICCAS erhält vom BMBF, unterstützt durch den Freistaat Sachsen und die Universität Leipzig eine Förderung in Höhe von mehr als 9 Millionen Euro über fünf Jahre und hat im März 2005 seine Arbeit aufgenommen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Medizinern, Informatikern und Technikern ist der Kern der wissenschaftlichen Arbeit des Zentrums.
(06.12.2005 / Quelle: saxxess.com / Universität Leipzig / Bild: Universität Leipzig)



