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17.11.2005 - Infineon trennt sich von Speicherchipsparte

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Der Halbleiterhersteller Infineon vollzieht mit der Trennung von seiner schwächelnden Speicherchipsparte einen drastischen Kurswechsel. Die Abspaltung des Bereichs, der für etwa 40 Prozent des Gesamtumsatzes in Höhe von sieben Milliarden Euro steht, soll spätestens im Juli nächsten Jahres vollzogen sein, wie der Aufsichtsrat des Unternehmens am Donnerstag in München beschloss. Die Speicherchipsparte soll als eigenes Unternehmen möglichst bald an die Börse gebracht werden. Für die Beschäftigten wird der Neuanfang nach den Worten eines Infineon-Sprechers "unmittelbar" keine Auswirkungen haben. Das neue Unternehmen soll seinen Sitz in Deutschland haben und Dresden bleibt wie bisher Technologie-Entwicklungszentrum.

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart begründete die Entscheidung zur Aufspaltung damit, dass sich die bislang im Konzern vereinten Bereiche Speicher und Logik in ihren Prozessen und Geschäftsmodellen in unterschiedliche Richtungen entwickelten. Mit der Abspaltung würden für beide Bereiche die Wachstumsdynamik und Profitabilitätsaussichten verbessert. Der Speicher-Bereich hatte zuletzt hohe Verluste eingefahren. Hier ist die Konkurrenz aus Asien groß; außerdem ist der Markt schwankend.

Das neu entstehende Unternehmen wird laut Ziebart weltweit zu den führenden gehören. Den genauen Standort für den operativen Sitz in Deutschland ließ Infineon zunächst noch offen. Wie bisher soll aber in Dresden das Technologie-Entwicklungszentrum des Unternehmens sein. Chef wird Kin Wah Loh, der auch bislang die Speichersparte bei Infineon führt. Über den genauen Termin für den Börsengang soll erst entschieden werden, wenn die Abspaltung auch vollzogen ist.

Der Mutterkonzern will sich nun auf das Logikgeschäft konzentrieren, zu dem die Geschäftsbereiche Automobil-, Industrieelektronik und Multimarketsowie Kommunikation (COM) gehören. Auch der Erlös des Börsengangs soll in den Ausbau dieser Sparte fließen, sagte ein Infineon-Sprecher. Ob auch der Speicherbereich finanziell vom Börsengang profitieren soll, ließ der Sprecher offen. Spekulationen über die Abspaltung der Speichersparte gab es bereits seit einigen Wochen. Angeblich soll Konzernchef Ziebart bereits seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr damit geliebäugelt haben.

Die Infineon-Aktie rutschte nach Bekanntwerden der Entscheidung deutlich ins Minus. Mit einem Verlust von 1,84 Prozent auf 7,99 Euro war das Papier gegen 16.30 Uhr der größte Verlierer im DAX.

(17.11.2005 / Quelle: © 2005 AFP / Bild: Infineon)