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27.09.2005 - Chemnitzer Durchbruch in der Polymerelektronik: Weltweit erste massengedruckte integrierte Elektronikschaltung

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Der Ringoszillator treibt in einer kleinen Schaltung eine LED-Lampe an
Am Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz wurde die nach eigenen Angaben weltweit erste elektronische Schaltung im Massendruckverfahren hergestellt. Das Projekt wurde von der BASF Future Business GmbH geleitet. Neben der TU Chemnitz beteiligten sich Forscher der BASF AG in Ludwigshafen, der Lucent Technologies Bell Labs in Murray Hill (USA) sowie der Chemnitzer printed systems GmbH. Gemeinsam lösten sie die komplexen materialseitigen und verfahrenstechnischen Probleme und machten Elektronik druckbar.

Die Schaltungen wurden bei printed systems und am Institut für Print- und Medientechnik in Chemnitz entworfen, gedruckt und untersucht. Bei den Schaltungen handelt es sich um sogenannte Ringoszillatoren, die aus 14 Transistoren bestehen. Ringoszillatoren sind Grundbausteine für komplexere Schaltungen und dienen zur Erzeugung eines Taktsignals. Bei der Herstellung wurde auf die Massendruckverfahren Offsetdruck, Tiefdruck und Flexodruck zurückgegriffen.

Mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 0,8 Metern pro Sekunde wurde eine neue Dimension der Fertigungsgeschwindigkeit erreicht, die eine millionenfache Auflage erlaubt. Mit in Massen gedruckter Elektronik soll es in Zukunft möglich werden, in vielen alltäglichen Anwendungsfeldern einfache elektronische Intelligenz zu integrieren. Beispiele dafür sind mit Mini-Chips ausgestattete Warenetiketten, flexible Displays und Tatstaturen, Eintrittskarten oder elektronische Schilder.

In Zukunft möchte man gemeinsam eine marktfähige Technologie entwickeln. Pilotanwendungen werden am 4. und 5. Oktober 2005 auf der Messe Plastic Electronics in Frankfurt/Main präsentiert.


Mit der Berufung von Prof. Dr. Arved Hübler im Jahr 1997 und der Gründung des Instituts für Print- und Medientechnik (pmTUC) 1998 erfolgte die Verknüpfung des sowohl traditionsreichen als auch zukunftsträchtigen Druckereimaschinenbaus mit den Gebieten der Elektronik und Medientechnologie. Das sich ergebende, bundesweit einmalige Profil in Lehre, Forschung und Technologieentwicklung spiegelt sich in den vier Forschungsgebieten wider: Druckereitechnik, Digitale Drucktechnologien, Farbe & Dokumente, Gedruckte Elektronik. Die regen Forschungsaktivitäten am Institut führten in den letzten Jahren dazu, dass das pmTUC zu einem der drittmittelstärksten Bereiche der Technischen Universität Chemnitz wurde.

Die BASF Future Business GmbH erschließt neue Geschäftsfelder für die BASF-Gruppe, bei denen innovative Chemie gefragt ist. Die Gesellschaft verhilft guten Ideen zu Markterfolgen. Im Mittelpunkt stehen neue Materialien, Technologien, Anwendungen und Systemlösungen für Märkte mit hohen Wachstumsraten.

Die printed systems GmbH hat ihren Sitz in Chemnitz und wurde im Jahr 2003 als Spin-off des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz gegründet. Ziel von printed systems ist es, gemeinsam mit Kunden und weiteren Industriepartnern innovative Produkte auf der Basis gedruckter Elektronik zu kreieren und zu vermarkten.

(27.09.2005 / Quelle: saxxess.com / TU Chemnitz / Bild: TU Chemnitz)